Zurich übertrifft die Ziele und schüttet erneut viel Geld an die Anleger aus

Zurich übertrifft die Ziele und schüttet erneut viel Geld an die Anleger aus
Zurich-CEO Mario Greco. (Foto: Zurich)

Zürich – Die Zurich-Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück: Der Versicherer hat zum Abschluss des dreijährigen Strategiezyklus die gesetzten Ziele übertroffen und die Ergebnisse klar gesteigert. Die Aktionäre kommen zum wiederholten Male in den Genuss einer üppigen Dividendenzahlung.

Konzernchef Mario Greco bezeichnete die Zurich-Aktie einst als „Income Stock“, also als ein Papier das hohe Ausschüttungen verspricht. Das Versprechen löst der Topmanager mit neapolitanischen Wurzeln auch anlässlich der Zahlenvorlage vom Donnerstag ein: Anfang April werden die Aktionäre an der ordentlichen Generalversammlung sehr wahrscheinlich einer um einen auf 20 Franken angehobenen Dividende zustimmen.

Gemessen an der Dividendenrendite zählt die Zurich nach wie vor zu den Topwerten unter den Schweizer Blue Chips, auch wenn die Kennzahl aktuell „nur“ noch bei 4,5 Prozent liegt. Vor Jahresfrist waren es noch um die 6 Prozent, doch kostete die Aktie damals nur knappe 320 Franken. Am heutigen Donnerstag rücken die Titel bis Handelsschluss um 1,8 Prozent vor.

Gewinnsteigerung
Damit ein Unternehmen überhaupt hohe Dividenden ausschütten kann, müssen in erster Linie die Gewinne sprudeln. Der Gewinn der Zurich kletterte im vergangenen Jahr um 12 Prozent auf 4,15 Milliarden US-Dollar in die Höhe. Das Betriebsergebnis, das als Business Operating Profit (BOP) ausgewiesen wird, nahm gar um 16 Prozent auf 5,30 Milliarden zu.

Die Ergebnisse bestätigten, dass die Zurich ihre Pläne erfolgreich umgesetzt habe, sagte Greco vor Medienvertretern. Dabei sei es gelungen, die für die Jahre 2017 bis 2019 gesetzten Ziele zu übertreffen. Allen voran lag am Ende die Kapitalrendite auf Basis des BOP mit 14,2 Prozent weit über den angepeilten 12 Prozent. Im neuen Programm lautet das Ziel 14 Prozent.

Grosse Anstrengungen haben Greco und sein Team beim Umbau des Geschäfts unternommen: Strukturen hat man vereinfacht, die Zahl der Versicherungsprodukte eingedampft, wenig rentables Geschäft saniert oder abgestossen und bei den Kosten in den vergangenen drei Jahren kumuliert 1,56 Milliarden Dollar eingespart.

Starkes Sachgeschäft
Besonders deutlich kamen die Bemühungen in der Sparte Schaden- und Unfallversicherung zum Tragen, wo die Zurich den BOP im vergangenen Jahr um 38 Prozent steigern konnte. Trotz Katastrophen wie dem US-Hurrikan „Dorian“, Feuersbrünsten in Kalifornien und Australien oder Wirbelstürmen in Japan fielen die Schadenszahlungen für Unwetterereignisse etwas tiefer aus als im Vorjahr.

Rückenwind gab es zudem an der Preisfront. Über das gesamte Schaden- und Unfallportfolio hinweg konnte die Zurich die Preise um 4 Prozent anheben. Besonders kräftig zogen sie im grössten Markt Nordamerika an, wie Finanzchef George Quinn ausführte. Dort seien die Preise für Haftpflicht-, Motorfahrzeug- und Sachversicherungen teilweise gar im tiefen zweistelligen Prozentbereich nach oben geschossen.

Fokus auf Privatkunden und KMU
Im laufenden Jahr rechnet Quinn mit weiteren Verbesserungen im Underwriting. Schliesslich hat sich die Zurich auf die Fahne geschrieben, im lukrativen Retailgeschäft mit Privatkunden und KMU wachsen zu wollen. Unter anderem dank digitaler Initiativen habe die Gruppe in diesem Segment zuletzt viele neue Kunden dazugewonnen, unterstrich Greco die Absichten. Allen voran in den wichtigen europäischen Märkten Schweiz, Deutschland und Grossbritannien.

In der Lebensversicherung ging der Betriebsgewinn gegenüber der hohen Vorjahresbasis leicht zurück. Dagegen verdiente die Zurich mit den für den US-Partner Farmers erbrachten Dienstleistungen etwas mehr Geld. Und im freundlichen Börsenumfeld stieg das mit den Kapitalanlagen der Gruppe erwirtschaftete Ergebnis netto um 18 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar.

Als Fundament für künftiges Wachstum diene der Zurich die solide Kapitalbasis, wie es hiess. Im firmeneigenen Kapitalmessverfahren errechnet sich eine Quote, die mit 129 Prozent über der ausgegebenen Zielbandbreite (100-120%) liegt. Diese Finanzkraft soll in erster Linie in organisches Wachstum fliessen, Übernahmen würden nur dann getätigt, wenn bestehendes Geschäft ergänzt oder mit Know-how angereichert werden könne, sagte Greco. (awp/mc/ps)

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