Zurich streicht bei Global Corporate bis Ende 2017 rund 360 Stellen

Tom de Swaan
Zurich-VRP Tom de Swaan. (Foto: Zurich)

Tom de Swaan, VRP und Interims-CEO Zurich. (Foto: Zurich)

Zürich – Die Zurich Insurance Group wird im laufenden und in den kommenden Jahren Stellen abbauen. Wie bereits anlässlich des Investorentags im Mai angekündigt, überprüft die Zurich ihre Prozesse, um effizienter werden und die Kosten zu senken. Im Rahmen dieser Analyse erklärte der Versicherer am Donnerstag gegenüber AWP, dass im internationalen Grosskundengeschäft (Global Corporate) bis Ende 2017 weltweit rund 360 Stellen den Sparbemühungen zum Opfer fallen sollen.

Weiter kommt es auch in der Einheit Group Operations and Technology zu einem grösseren Abbau, bestätigt die Zurich einen Artikel aus der Donnerstagsausgabe des «Tagesanzeigers». Da sei es geplant, bis Ende 2018 rund 300 Stellen, die derzeit in der Schweiz angesiedelt sind, in bereits bestehende gemeinsam genutzte Dienstleistungszentren (Shared Services) im Ausland zu verschieben, so die Zurich in der Stellungnahme.

Bereits bekannt waren dagegen Stellenkürzungen in Deutschland, Grossbritannien oder im Global Team der Sachversicherungssparte General Insurance (GI). Demnach sollen in Deutschland bis Ende 2018 rund 500 Stellen wegfallen, in Grossbritannien geht es derweil um 440 Jobs, die bis Ende 2017 gekürzt werden, und an den länderübergreifenden Standorten von GI in der Schweiz, Grossbritannien, Irland und den USA sollen noch bis Ende des laufenden Jahres 200 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Kosten einsparen
Der erwähnte Abbau von Stellen bedeute allerdings nicht automatisch, dass es zu Entlassungen kommt, so die Zurich weiter. «Wir nutzen die natürliche Fluktuation, streichen offene Stellen und führen die Veränderungen so mitarbeiterverträglich wie möglich durch.» Die vorgeschlagenen Änderungen würden jeweils mit den Mitarbeitervertretungen diskutiert und die betroffenen Mitarbeitenden werde man in der Übergangsphase unterstützen.

Mit dem Stellenabbau will die Zurich die Prozesse schlanker machen, dies auch als Reaktion auf die Verschlechterung der Rentabilität im Schadenversicherungs-Geschäft. Das – ebenfalls im Mai kommunizierte – Ziel ist es, bis Ende 2016 jährliche Kosteneinsparungen von 300 Mio USD und bis Ende 2018 von mehr als 1 Mrd USD zu erreichen. Eine Zahl zur gruppenweiten Grössenordnung des Stellenabbaus gibt die Zurich nicht bekannt.

Der «Tagesanzeiger» hat in seinem Bericht durchgerechnet, dass dem Umbau bei der Zurich weltweit rund 1’800 Arbeitsplätze zum Opfer fallen werden. Dabei sollen am Zürcher Hauptsitz bzw. in der Schweiz bis zu 500 Mitarbeitende verloren gehen, wie der «Tagesanzeiger» mit Bezug auf konzerninterne Quellen berichtete (Ausgabe vom 3.12.).

Erst am Dienstag hatte Konzernchef Martin Senn seinen Posten geräumt. Die Versicherungsgruppe wird nun interimistisch von Verwaltungsratspräsident Tom de Swaan geleitet. Nach der geplatzten Übernahme des britischen Versicherers RSA und dem Gewinneinbruch im dritten Quartal war der Druck auf Senn gestiegen, den Weg für eine neue Führung frei zu machen.

An der Börse reagieren die Zurich-Titel kaum auf die News vom (heutigen) Donnerstag, sie verlieren bis um 10.45 Uhr in einem leicht fester tendierenden Gesamtmarkt (SMI: +0,04%) 0,2% auf 266,30 CHF. (awp/mc/upd/ps)

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