3M schraubt Prognose für Gesamtjahr zurück

George Buckley

3M-CEO George Buckley.

St. Paul – Der US-Mischkonzern 3M schraubt nach einem schlechter als erwarteten dritten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr zurück. Im laufenden Jahr werde nun nur noch ein organisches Umsatzwachstum von 3 bis 4 Prozent erwartet, teilte der Hersteller von Post-it-Haftzetteln und Scotch-Brite-Haushaltsreinigern am Dienstag in St Paul mit.

Zuvor hatte das Unternehmen eine Steigerung von 6 bis 7,5 Prozent in Aussicht gestellt. Auch der Gewinn je Aktie werde niedriger als bislang erwartet ausfallen, hiess es.

Aktienkurs gibt nach
Im vorbörslichen Handel verloren die Papiere mehr als 5 Prozent. 3M habe unter dem gebremsten Wachstum in den entwickelten Ländern gelitten, hiess es in der Mitteilung. Besonders das Geschäft mit Flachbildschirmen sei schwach verlaufen. «Nach vorn schauend deutet alles darauf hin, dass sich das langsamere Wachstum bis zum Jahresende fortsetzt», sagte Konzernchef George Buckley.

Wachstum in erster Linie dank Zukäufen
Im dritten Quartal erwirtschaftete der Konzern Erlöse von 7,5 Milliarden US-Dollar. Das waren 9,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, aber weniger als von den Analysten erwartet. Zudem entfielen allein 3,7 Prozent des Wachstums auf Zukäufe und nur 1,9 Prozent auf organisches Wachstum. Der Rest wird positiven Wechselkurseffekten sowie höheren Preisen zugerechnet. Der Gewinn ging um 1 Prozent auf 1,52 Dollar je Aktie zurück. Hier hatten die Experten mit einem Plus gerechnet.

«Aggressives Kostenmanagement»
Für das Gesamtjahr erwartet Buckley nun einen Gewinn von 5,85 bis 5,95 Dollar je Anteilsschein und damit bis zu 30 Cent weniger als zuvor. Der Konzernchef will mit einem «aggressiven Kostenmanagement» gegensteuern. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Vertrieb und Produktion sollen in den Schwellenländern aber nicht zurückgefahren werden. «Innovation hebt grossartige Firmen immer aus der Masse heraus», sagte Buckley. «Besonders in Phasen geringeren Wachstums, da die Kunden Partner suchen, denen sie vertrauen können.»

3M ist eines der am breitesten aufgestellten Unternehmen der Welt und wird besonders früh von sich eintrübenden Rahmenbedingungen getroffen. Die Produktpalette reicht vom Industriekleber über Autozubehör bis hin zu Büroartikeln und Elektronikbauteilen. (awp/mc/pg)

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