Abbvie empfiehlt Aktionären Ablehnung von Shire-Übernahme

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Abbvie-Firmensitz in North Chicago.

North Chicago – Volle Kraft zurück: Der US-Pharmakonzern Abbvie hat nun definitiv kein Interesse mehr am Konkurrenten Shire. Seinen Aktionären empfahl Abbvie am Mittwochabend, die Übernahme des irisch-britischen Unternehmens abzulehnen. Strategisch mache ein Zusammenführen der beiden Firmen weiterhin Sinn, allerdings sei dieses angesichts der geänderten Steuerregeln in den USA nicht mehr im besten Sinne der Aktionäre, erklärte Abbvie-Chef Richard Gonzales.

Abbvie hatte eigentlich vorgehabt, Shire für 51 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Der Konzern wollte durch die Verlagerung seines Firmensitzes Steuern sparen. Dieser bislang gängigen Praxis, mittels einer Firmenübernahme im Ausland der Steuerlast in den USA zu entkommen, hatte im September aber der US-Fiskus einen Riegel vorgeschoben. Für Abbvie wird der Deal dadurch uninteressant. Beim Zurücktreten vom Vertrag wird der Konzern nun allerdings 1,6 Milliarden Dollar als Entschädigung an Shire überweisen müssen.

Kurssturz 
Abbvie hatte die Märkte bereits über einen möglichen Rückzug vorgewarnt – was am Mittwoch einen regelrechten Kurssturz der Shire-Aktie ausgelöst hatte. Am Donnerstag ging die Talfahrt an der Börse weiter, zuletzt lag das Papier rund zehn Prozent im Minus. (awp/mc/ps)

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