Actavis will Warner Chilcott für 8,5 Milliarden Dollar kaufen

Paul Bisaro

Paul Bisaro, Präsident und CEO Actavis.

Dublin / Parsippany – In der Pharmabranche gibt es wieder einmal eine Milliardenübernahme: Der US-Generikahersteller Actavis will den Konkurrenten Warner Chilcott für 8,5 Milliarden Dollar (6,6 Mrd Euro) übernehmen. Die Anteilseigner des irischen Unternehmens sollen dabei je Aktie 0,160 Actavis-Papiere bekommen, teilten die beiden Unternehmen am Montag in Dublin und Parsippany mit. Durch die Fusion würde ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von elf Milliarden Dollar entstehen. Der US-Konzern würde damit seine Position als einer der drei grössten Generikahersteller der Welt festigen.

Gemessen am Schlusskurs vom Freitag werde eine Warner-Chilcott-Aktie mit 20,08 Dollar bewertet. Das sind nur knapp fünf Prozent mehr als zuletzt für die Anteile an der Börse bezahlt wurden. Allerdings war bereits am 9. Mail bekannt geworden, dass die beiden Unternehmen über eine Übernahme sprechen. Seitdem hat der Kurs des Warner-Chilcott-Papiers deutlich angezogen. Aber auch die Actavis-Anteile hatten sich in den vergangenen Wochen wegen hartnäckiger Übernahmegerüchte deutlich verteuert. Am Montag legten beide Aktien in den ersten Handelsminuten zu – wobei das Kursplus beim Bieter höher ausfiel als beim Objekt der Begierde.

Actavis zuvor selbst Übernahmeziel
Zuletzt hatte es Spekulationen und Berichte gegeben, dass Actavis erneut selbst Ziel einer Übernahme werden könnte. So sollen sowohl der kanadische Konkurrent Valeant als auch der US-Konzern Mylan interessiert gewesen sein. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg sind jedoch beide wegen zu geringer Offerten abgeblitzt. Der heutige Actavis-Konzern ist durch eine Übernahme des schweizerischen Generikaherstellers mit dem gleichen Namen durch den US-Konzern Watson Pharmaceuticals entstanden.

Warner Chilcott stellt sich selber zum Verkauf
In Deutschland wurde Actavis 2010 in Zusammenhang mit dem Übernahmekampf um den Ulmer Konkurrenten Ratiopharm bekannt. Nach monatelangem Ringen entschied letztendlich der Branchenriese Teva den Bieterkampf um Ratiopharm für sich und Actavis ging leer aus. Warner Chilcott dagegen hatte sich vor mehr als einem Jahr selbst mal zum Verkauf gestellt. Schon damals soll Actavis interessiert gewesen sein. Im August hatte das irische Unternehmen jedoch mitgeteilt, keinen geeigneten Partner gefunden zu haben.

Branche im Umbruch
Die Pharma-Branche ist derzeit stark in Bewegung. Viele grosse Konzerne suchen wegen auslaufender Patente und sinkender Margen nach neuen Feldern oder Partnern. Aus diesem Grund kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu milliardenschweren Übernahmen. So hatte der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer erst Ende April die Übernahme des US-Unternehmens Conceptus für etwa 1,1 Milliarden US-Dollar angekündigt.

Zudem läuft zurzeit um das irische Biotechunternehmen Elan ein Übernahmepoker. Der US-Konzern Royalty Pharma will für die Iren bis zu 7,3 Milliarden Dollar zahlen. In Deutschland ranken sich immer wieder Gerüchte um den Generikahersteller Stada . Das Bad Vilbeler Unternehmen wird von einigen Analysten als mögliches Übernahmeziel genannt. (awp/mc/upd/ps)

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