Adidas hebt Gewinnprognose an – Westeuropa bremst Umsatz

Kasper Rorsted
Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender Adidas AG. (Foto: Adidas)

Herzogenaurach – Der Sportartikelhersteller Adidas wird nach einem Gewinnsprung im dritten Quartal optimistischer für das Gesamtjahr. Der Konzern hob am Dienstag seine Ergebnisprognosen für 2018 an. Gleichzeitig trübte der Nike und Puma-Konkurrent aber seine Erwartungen an den Umsatz ein. Hintergrund dafür ist das niedriger als ursprünglich erwartete Wachstum in Westeuropa.

Konkret will Adidas den Gewinn aus fortgeführtem Geschäft nun um 16 bis 20 Prozent steigern. Im besten Fall entspricht dies einem Wert von 1,72 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Konzern mit einer Steigerung von 13 bis 17 Prozent gerechnet. Das Betriebsergebnisses soll nun um 12 bis 16 (zuvor: 9 bis 13) Prozent und die operative Marge auf 10,8 Prozent klettern. Hier hatte der Konzern bisher einen Wert zwischen 10,3 bis 10,5 Prozent erwartet.

Die Franken haben ihre Kosten gut im Griff. Obwohl die Marketingausgaben zuletzt stiegen und auch Währungseffekte belasten, kann der Dax-Konzern dies mehr als ausgleichen, indem er neue Produkte in den Markt bringt, die sich zu höheren Preisen verkaufen lassen, Rabatte zurück fährt und zugleich Vertriebskanäle wie den Online-Handel stärkt.

Umsatzerwartungen gebremst
Wegen der schwächeren Entwicklung in Westeuropa soll der Umsatz im Gesamtjahr währungsbereinigt nun zwischen 8 und 9 Prozent wachsen. Bislang wurden etwa 10 Prozent erwartet. In der Heimatregion musste Adidas bereits im zweiten Quartal einen leichten Rückgang verbuchen. Adidas hatte Vertriebskanäle bereinigt und auch bei der Einführung neuer Produkte nicht immer ein glückliches Händchen gehabt. Analysten hatten nun auch spekuliert, inwieweit der heisse Sommer die Verbraucher vom Einkaufen abgehalten haben könnte.

Im dritten Quartal wies Adidas ein währungsbereinigtes Umsatz-Minus von 1,3 Prozent in Westeuropa aus. Dafür lief es in Nordamerika und Asien umso besser. Beide Regionen wuchsen erneut zweistellig. Insbesondere in China konnte Adidas bei den Konsumenten punkten. Auch in Russland wirkten die Effekte aus der Fussballweltmeisterschaft noch nach.

Insgesamt konnte Adidas den Quartalsumsatz um 3,5 Prozent auf 5,87 Milliarden Euro steigern. Dabei wirkten sich etwa der Verfall des argentinischen Peso belastend aus. Ohne den Einfluss von Währungsschwankungen legte Adidas um 8 Prozent zu. Rückläufige Umsätze wies weiterhin die Tochter Reebok aus, die seit Jahren zur Fitnessmarke aufgebaut wird.

Das Betriebsergebnis verbesserte sich im dritten Quartal um 13,2 Prozent auf 901 Millionen Euro. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft zog um 19,5 Prozent auf 656 Millionen Euro an. (awp/mc/ps)

Adidas Group

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