Anglo American will weniger Stellen in Südafrika streichen

Chris Griffith

Chris Griffith, CEO Anglo American.

Johannesburg – Die südafrikanische Platintochter des britischen Bergbaukonzerns Anglo American hat ihre Pläne für einen drastischen Stellenabbau deutlich gemildert. Nun sollten noch rund 6.000 Arbeitsplätze wegfallen, wie Anglo American Platinum am Freitag in Südafrika mitteilte. Ursprünglich hatte die börsennotierte Konzerntochter 14.000 Minenarbeiter entlassen wollen, rund ein Viertel ihrer Beschäftigten.

Das Unternehmen hatte seine drastischen Pläne bereits im Januar auf Eis gelegt und mit der Regierung verhandelt. Zuvor war massive Kritik am Vorgehen des Unternehmens laut geworden. Die Regierung drohte zwischenzeitlich mit dem Entzug von Abbaurechten. Mit den Stellenstreichungen will Anglo sein Platingeschäft wieder profitabel machen. Der Konzern kämpft mit einer sinkenden Nachfrage und gleichzeitig deutlich gestiegenen Löhnen.

Zahlreiche Tote bei Arbeitskämpfen
Schwerpunkt der Einschnitte sollte der Standort Rustenburg im Norden Südafrikas mit 13.000 zu streichenden Stellen sein. Dort hatten Arbeiter im vergangenen Jahr die Arbeit niedergelegt, um bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne durchzuboxen. Anglo American Platinum hatte dies als illegal eingestuft und deshalb zwischenzeitlich 12.000 Beschäftigte ausgesperrt. Die Streiks bei Anglo American Platinum waren Teil eines Arbeitskampfs bei vielen südafrikanischen Minenbetreibern. Bei den Kämpfen zwischen Arbeitern und der Polizei kamen zahlreiche Menschen ums Leben. (awp/mc/upd/ps)

 

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