BASF wird vorsichtiger für 2013 – Quartalsgewinn sinkt

Kurt Bock
Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender BASF. (Copyright by BASF)

Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender BASF. (Copyright by BASF)

Ludwigshafen – Der weltgrösste Chemiekonzern BASF zeigt sich nach einem überraschenden Gewinnrückgang im zweiten Quartal vorsichtiger. BASF rechne nicht damit, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum und die Chemienachfrage im zweiten Halbjahr beleben werde, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit. Vielmehr erwartet das Chemieunternehmen eine nach wie vor unbeständige und von konjunktureller Unsicherheit geprägte Entwicklung. Dennoch bestätigten die Ludwigshafener ihre Ziele für das laufende Jahr. Demnach peilt BASF weiterhin neue Spitzenwerte beim operativen Ergebnis und beim Umsatz an.

«Das Erreichen des Ergebnisziels ist heute deutlich anspruchsvoller, als noch zu Jahresbeginn zu erwarten war», sagte Unternehmenschef Kurt Bock. Das Sparprogramm laufe nach Plan. Ab Ende 2015 will BASF seine jährlichen Kosten damit im Vergleich zu 2011 um rund eine Milliarde Euro drücken. Im laufenden Jahr will das Management 300 Millionen Euro einsparen. Aufgrund der konjunkturellen Risiken soll die geplante Schaffung neuer Stellen in den Schwellenländern verlangsamt werden.

Zahlen enttäuschen
Die BASF-Aktie verlor im frühen Handel mehr als dreieinhalb Prozent. Die Zahlen hätten unter den Erwartungen gelegen, sagte ein Händler. Die Aussagen zum Gesamtjahr fühlten sich an wie eine Gewinnwarnung.

Im zweiten Quartal ging das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (EBIT) um 5,4 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurück. Analysten hatten deutlich mehr erwartet. Unter dem Strich blieb ein für die Aktionäre anrechenbarer Gewinn in Höhe von knapp 1,2 Milliarden Euro. Das waren 4,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Leichtes Umsatzplus
Vor allem im Geschäft mit Chemikalien verdiente BASF deutlich schlechter. In der Spezialchemie drückten höhere Rohstoffkosten auf den Profit.

Erneut besser entwickelten sich die Agrochemie sowie die Öl- und Gassparte. Aber auch das Geschäft mit Katalysatoren und Bauchemie (Functional Materials & Solutions) warf mehr Gewinn ab als vor einem Jahr.

Der Umsatz kletterte von April bis Juni um 2,9 Prozent auf 18,4 Milliarden Euro. Die Ludwigshafener profitierten dabei vor allem von ihrem Öl- und Gasgeschäft, aber auch von einer guten Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln für die Landwirtschaft. Der Chemikalien-Umsatz ging leicht zurück. Ende Juni 2013 beschäftigte der Konzern 111.614 Mitarbeiter, 2.000 mehr als ein Jahr zuvor. (awp/mc/ps)

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