Bertelsmann-Gewinn schnellt in die Höhe

Hartmut Ostrowski

Bertelsmann-CEO Hartmut Ostrowski.

Berlin – Europas grösster Medienkonzern Bertelsmann hat die Werbekrise endgültig abgehakt. Das Unternehmen fuhr eines der besten Ergebnisse der Firmengeschichte ein. Nachdem Bertelsmann 2009 mit 35 Millionen Euro Gewinn nur knapp schwarze Zahlen erreicht hatte, schoss das Konzernergebnis im vergangenen Jahr auf 656 Millionen Euro in die Höhe.

Damit übertraf der Konzern seine eigenen Prognosen deutlich. Der Umsatz stieg um 4,5 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Hartmut Ostrowski am Dienstag in Berlin sagte. «Getragen wurde diese Entwicklung von der allgemeinen konjunkturellen Erholung, insbesondere in den Werbemärkten.»

Ausbau des Musikrechtegeschäfts
Bertelsmann will sein hochprofitables Geschäft mit den Rechten an Rock- und Popsongs deutlich ausbauen. Das Unternehmen zeigt nun offen Interesse an dem Katalog des angeschlagenen britischen Musiklabels EMI. Er gehe davon aus, dass EMI dieses Jahr auf den Markt komme, sagte Finanzvorstand Thomas Rabe am Dienstag in Berlin. «Wir werden uns das dann anschauen. (…) Wir werden sehen, ob wir bestimmte Teile des Geschäftes zu einem angemessenen Preis erwerben können.» BMG Publishing – ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Finanzinvestor KKR – ist zurzeit weltweit die Nummer 5 im Musikrechtegeschäft, kauft aber seit Monaten kontinuierlich kleinere Kataloge auf und wächst stark. Die Rechte an mehr als 300.000 Songs liegen inzwischen schon bei BMG Publishing – die Spanne reicht dabei von Elvis und John Denver bis zu den Black Eyed Peas und Duran Duran.

Rückzug aus klassischem Musiklabelgeschäft vollzogen
Bertelsmann wird seit längerem ein Interesse an den riesigen Musikrechtekatalogen von Warner und EMI nachgesagt. «Ziel ist es, bis 2015 eines der grössten und eines der bestgeführten Musikrechteunternehmen zu werden», sagte Rabe. Es gehe «auch emotional um die Rückkehr in die Musikwelt». BMG Publishing sei in acht grossen Märkten präsent. «Wir denken über Brasilien und Australien nach. Auch über Asien.» Asien gilt als Boommarkt. Branchenkreise versprechen sich viel von der Ankündigung Chinas, Urheberrechte künftig konsequenter umzusetzen. Bertelsmann hatte sich vor Jahren aus dem klassischen Musiklabelgeschäft zurückgezogen. In der CD-Vermarktung sind die Renditen stark gesunken. Dagegen gilt das Geschäft mit Rechten an Songs, etwa für Werbespots und Radiosendungen, als hochprofitabel.  (awp/mc/upd/ps)

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