US-Arbeitsmarktbericht im Oktober erneut robust

Arbeitsmarkt
(Photo by Charles Koh on Unsplash)

Washington – Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Oktober erneut sehr robust gezeigt. Positiv überrascht hat vor allem der Beschäftigungsaufbau. Dies geht aus den am Freitag vom Arbeitsministerium vorgelegten Zahlen hervor. Die viel beachtete Lohnentwicklung blieb im Rahmen der Erwartungen. Die Arbeitslosenquote bewegt sich weiter auf historischen Tiefständen.

Die US-Wirtschaft hat merklich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Ausserhalb der Landwirtschaft sind 250 000 Stellen neu entstanden. Analysten hatten im Mittel mit 200 000 neuen Jobs gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde insgesamt bestätigt. Auch die Arbeitslosenquote verharrte im Oktober bei 3,7 Prozent. Noch niedriger war sie zuletzt im Jahr 1969.

Nachholeffekte nach Hurrikan „Florence“
Verzerrt wird der US-Arbeitsmarktbericht immer noch von der Hurrikan-Saison. Im September war der Stellenaufbau aufgrund von Hurrikans „Florence“ nur vergleichsweise schwach ausgefallen. Nach Einschätzung von Ökonomen ist es nun zu Nachholeffekten gekommen. Der im Oktober aufgetretene Hurrikan „Michael“ habe aber keine erkennbaren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gehabt, schreibt das Arbeitsministerium.

Löhne steigen weiter
Die Lohnentwicklung war im Rahmen der Erwartungen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich im Monatsvergleich um 0,2 Prozent. Analysten hatten diesen Zuwachs erwartet. Im Vormonat waren die Löhne um 0,3 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne im Oktober um 3,1 Prozent. Der Anstieg ist der stärkste seit dem Jahr 2009. Dennoch bleiben die Lohnzuwächse geringer als in vorherigen konjunkturellen Aufschwüngen. Die Lohnentwicklung spielt eine entscheidende Rolle für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed, weil Lohnsteigerungen in der Regel grossen Einfluss auf die Inflation haben.

„Der Arbeitsmarkt in den USA ist robust“, sagte Patrick Boldt, Analyst bei der Landesbank Helaba. Die Stundenlöhne zeigten im Vergleich zum Vorjahr eine höhere Dynamik. „Die Daten untermauern insgesamt die Erwartungen weiterer gradueller Leitzinserhöhungen seitens der amerikanischen Notenbank“, so Boldt.

Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt aber nur ein Einflussfaktor für die Geldpolitik der Fed. Wichtiger dürften das zuletzt schwächere Weltwirtschaftswachstum, die Handelskonflikte und der Ausgang der Zwischenwahlen zum US-Kongress sein. (awp/mc/pg)

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