BMW will mit E-Autos von Anfang an Geld verdienen

Norbert Reithofer

Norbert Reithofer, Vorstandsvorsitzender BMW.

Frankfurt am Main – BMW will mit seinen neuen Elektromodellen von Anfang an Geld verdienen. Die am Freitag in Frankfurt erstmals vorgestellten Modelle, der vollelektrische i3 und der Hybrid-Sportwagen i8 müssten die im gesamten Konzern üblichen Ergebnisbeiträge bringen, sagte Vertriebschef Ian Robertson bei der Präsentation. Zur Markteinführung werde man sich zunächst auf die städtischen Ballungsräume der Welt konzentrieren.

Das Unternehmen nannte erneut keine Preise und keine Planzahlen für die Produktion in Leipzig. Dort werden laut BMW rund 400 Millionen Euro investiert und 800 Arbeitsplätze geschaffen. Der Absatz ab 2013 hänge von vielen Faktoren ab, die nicht im Einfluss des Unternehmens stünden, sagte Robertson. Unter anderem müsse man die gesetzlichen Verkehrsregulierungen in den Ballungsräumen abwarten. Man sei aber in der Lage, auf die Nachfrage jederzeit äusserst flexibel zu reagieren. Letztlich entscheide der Kunde über die Zahl der produzierten Automobile. BMW prüft für die Elektromodelle neue Vertriebswege über das Internet und denkt über Carsharing-Konzepte nach. Der Preis für den i3 wird in einem Bericht des Magazins «Auto Bild» auf mindestens 40.000 Euro geschätzt.

Klimaneutrale Produktion
BMW-Chef Norbert Reithofer betonte die klimaneutrale Produktion der neuen Modelle. Sie seien im Unterschied zu den bislang angebotenen Elektroautos keine Umbauten konventioneller Modelle. Er sei stolz auf dieses Projekt. «Dahinter stecken echter Pioniergeist und geballte Innovationskraft», sagte der Vorstandschef.

Lob vom Verkehrsminister
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lobte BMW für die geleistete Entwicklungsarbeit, die mit der Verwendung von Kohlefaser als Werkstoff im Fahrzeugbau neue Massstäbe setze. Er sei stolz darauf, dass sich in seiner Amtszeit die Anstrengungen der Industrie zur Elektromobilität voll entfaltet hätten. Noch vor wenigen Jahren habe bei dem Thema «Tristesse» geherrscht. «Aus der Selbstbescheidenheit ist der Glaube an das eigene Können geworden.» Ramsauer sprach sich erneut gegen staatliche Kaufprämien zur Unterstützung des Absatzes aus. «Mir ist es lieber, das Produkt fasziniert aus sich selbst heraus.»

i8 mit zusätzlichem Verbrennungsmotor
Der mit einem Elektromotor im Heck ausgestattete i3 soll vier Personen Platz bieten und eine Reichweite von 150 Kilometern besitzen. Die rund 100 Kilogramm schwere, von Samsung und Bosch entwickelte Batterie könne innerhalb einer Stunde zu 80 Prozent aufgeladen werden. Der Sportwagen i8 hat zusätzlich einen Verbrennungsmotor. Das ab 2014 erhältliche Fahrzeug soll in weniger als 5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen können und dennoch mit nur drei Litern Benzin auskommen. (awp/mc/ps)

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