IAG: British Airways und Iberia trotzen Kerosinpreis

Willie Walsh

IAG-CEO Willie Walsh.

London – Die fusionierten Fluggesellschaften British Airways und Iberia haben im vergangenen Jahr trotz stark gestiegener Ölpreise einen Gewinnsprung hingelegt. Dank höherer Nachfrage, Synergieffekten und eines Sondergewinns aus dem Zusammenschluss stand unter dem Strich ein Überschuss von 555 Millionen Euro, wie der Mutterkonzern International Airlines Group (IAG) am Mittwoch in London mitteilte.

Ein Jahr zuvor hatten die damals noch eigenständigen Fluglinien aus Spanien und Grossbritannien wegen der Flugausfälle nach dem Vulkanausbruch in Island nur einen Gewinn von 100 Millionen Euro erzielt. Für das laufende Jahr sieht Konzernchef Willie Walsh zumindest für die ersten sechs Monate unruhige Zeiten und einen sinkenden operativen Gewinn. Gründe sind der hohe Ölpreis und Streiks bei der Iberia. Die IAG-Aktie lag sowohl in London als auch in Madrid mit einem Plus von jeweils um die drei Prozent im Spitzenfeld der Indizes.

Unmsatz um gut 10% auf 16,3 Mrd Euro gesteigert
Der Umsatz legte im vergangenen Jahr um gut zehn Prozent auf 16,3 Milliarden Euro zu. Die Nachfrage bei den Premiumflügen habe sich gut entwickelt, sagte Vorstandschef Walsh. Der Vorsteuergewinn erreichte 503 Millionen Euro, nach 84 Millionen Euro vor einem Jahr. Dabei musste der Konzern ein deftigen Aufschlag für das Kerosin verdauen. Die Ausgaben für den Kraftstoff stiegen 2011 um fast 30 Prozent. Für das laufende Jahr sind die Aussichten nicht besser. IAG kalkuliert mit zusätzlichen Aufschlägen von insgesamt einer Milliarde Euro. Zugute kamen dem Konzern 2011 indes unerwartet hohe Kosten- und Umsatzsynergien. Diese seien mit 74 Millionen Euro im ersten Jahr seit dem Zusammenschluss bereits um 64 Millionen Euro höher ausgefallen als gedacht, sagte Vorstandschef Walsh.

Streiks belasten Iberia
Rein geschäftlich läuft es besonders bei den Langstreckenflügen von British Airways rund. «Die Nachfrage in London bleibt stark», sagte Vorstandschef Walsh. «Die ermutigenden Trends bei unseren Premiumangeboten für die Langstrecke aus dem zweiten Halbjahr 2011, besonders auf den Nordatlantik-Routen, setzen sich fort.» Hingegen sei das Europa-Geschäft, in dem besonders Iberia engagiert ist, stark von der wirtschaftlichen Lage abhängig. Zudem belasteten die Streiks bei Iberia den Konzern täglich mit etwa drei Millionen Euro.

Bei der spanischen Iberia gibt es aktuell immer wieder Arbeitsniederlegungen. Sowohl die Piloten, als auch das Kabinen- und Bodenpersonal stemmen sich damit gegen die für März geplante Gründung einer Billigfluglinie, die sich unter dem Namen Iberia Express auf Flüge innerhalb Europas spezialisieren soll. Iberia soll sich auf die lukrativen Transatlantikflüge konzentrieren. Die Gewerkschaft der Piloten hält eine solche Auslagerung für illegal und sieht Tarifverträge verletzt. Vorstandschef Walsh sagte, dass IAG sowohl an seinen Effizienzprogrammen, als auch an der Gründung von Iberia Express festhalte. (awp/mc/upd/ps)

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