Chinas Präsident räumt Sorgen um Konjunktur ein

Xi Jinping
Chinas Staatspräsident Xi Jinping.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping.

Peking – Chinas Präsident Xi Jinping betrachtet die heimische Konjunkturentwicklung mit Skepsis. „Wir machen uns Sorgen um die chinesische Wirtschaft“, räumte Xi in einem schriftlich geführten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters ein.

„Wir arbeiten hart, um dies zu bewältigen.“ Sein Land könne sich von der schleppenden Entwicklung der Weltwirtschaft nicht abkoppeln, die insbesondere Schwellenländer in Mitleidenschaft ziehe.

Xis Worten zufolge ist die konjunkturelle Abkühlung in der Volksrepublik auch eine „normale“ Folge des Umbaus der heimischen Wirtschaft. Die Führung in Peking will das Wachstum auf eine breitere Basis stellen. Statt sich vorwiegend auf Investitionen in Infrastruktur und den Wohnungsmarkt zu verlassen, sollen Bereiche wie der Dienstleistungssektor und die High-Tech-Industrie ausgebaut werden.

Als hilfreich bezeichnete der Präsident die jüngsten Schritte der heimischen Zentralbank, die neben geldpolitischen Lockerungen auch mit einer Abwertung der Landeswährung auf schwache Konjunkturdaten und einen Kurseinbruch an den chinesischen Börsen reagiert hatte. Zugleich allerdings kündigte der Präsident weitere Reformen zur Öffnung der Kapitalmärkte an.

Staatsbesuch in Grossbritannien
Xi trifft am Montagabend zu einem viertägigen Staatsbesuch in London ein. Er machte deutlich, dass China grosse Hoffnungen auf die wirtschaftlichen Verbindungen zu Grossbritannien setze. Das Land habe deutlich gemacht, dass es China gegenüber offener eingestellt sei als die anderen westlichen Staaten. „Das ist eine visionäre und strategische Wahl, die ganz im Sinne der langfristigen Interessen Grossbritanniens ist“, betonte Xi. Seinen Äusserungen nach strebt China insbesondere eine stärkere Kooperation der Finanzmärkte beider Länder an. London will seine Bedeutung als Drehscheibe im Handel mit der chinesischen Währung ausbauen.

Im Gepäck dürfte Xi eine Reihe von Geschäftsverträgen haben. So wird erwartet, dass während seines Besuchs zwei staatseigene chinesische Energieversorger Investitionen über 16 Milliarden Pfund (22 Milliarden Euro) in ein Atomkraftwerk im Südwesten Englands vereinbaren werden, das der französische Konzern EDF bauen soll.

Xis Antworten auf die Fragen von Reuters erfolgten in schriftlicher Form und in englischer Sprache. Sie wurden nach offiziellen Angaben von Regierungsvertretern vorbereitet, aber von Xi persönlich geprüft und autorisiert. (awp/mc/ps)

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