Credit Suisse Fortschrittsbarometer: Fortschrittsdruck bei Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung nationenübergreifend hoch

Credit Suisse Fortschrittsbarometer: Fortschrittsdruck bei Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung nationenübergreifend hoch

Credit Suisse Fortschrittsbarometer: Fortschrittsdruck bei Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung nationenübergreifend hoch
Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident Credit Suisse. (Foto: CS)

Zürich – Das Credit Suisse Fortschrittsbarometer, das heute zum zweiten Mal veröffentlicht wird, bietet Erkenntnisse hinsichtlich des Wunsches nach Fortschritt unter der Bevölkerung von 16 Nationen rund um den Globus. Das Barometer deutet auf einen negativen Zusammenhang zwischen dem Fortschrittsdruck in einem Land und dem Grad seiner wirtschaftlichen Entwicklung hin. Staaten wie Brasilien, Indien und Südafrika haben ein deutlich grösseres Verlangen nach Fortschritt als Menschen in entwickelten Volkswirtschaften wie der Schweiz, Australien und den USA. Die Umfrageergebnisse machen zudem deutlich, dass Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung zwei globale Themen sind, bei denen der Wunsch nach Fortschritt grenzüberschreitend hoch ist.

Trotz der Heterogenität der untersuchten Länder zeichnet sich in den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ein homogenes Bild der Gesamtsicht auf den Fortschritt ab. Sie weisen eine ähnliche Bereitschaft zur Veränderung der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lage auf und bekundeten ihre Unterstützung im Hinblick auf Innovationen. Gleichzeitig zeigt das Barometer, dass der Fortschrittsdruck in Schwellenländern am grössten ist: Führend ist dabei Brasilien mit einem Wert von +33 (auf einer Skala von -100 bis +100), gefolgt von Nationen wie Indien und Südafrika (beide +19). Am anderen Ende der Skala hegen das Vereinigte Königreich (+5), Russland (+3), Australien (+2) und die USA (+1) einen geringeren Wunsch nach Fortschritt. Die Schweiz, die sich in einem negativen Bereich (-4) der Skala bewegt, scheint eine Verlangsamung oder Umkehr der Entwicklung zu bevorzugen. Laut Studienleiterin Cloé Jans von gfs.bern kann diese negative Korrelation teilweise darauf zurückgeführt werden, dass Länder, die bereits einen hohen Lebensstandard geniessen, weniger gewillt sind, den Status quo in Frage zu stellen.

Wunsch nach Fortschritt im Bereich «Wirtschaft» am grössten
Was die Bewertung der einzelnen Themen angeht, zeigt das Barometer, dass der Wunsch nach Fortschritt im Bereich «Wirtschaft» am grössten ist, wobei hier vor allem der Schwerpunkt auf nachhaltigen Technologien und E-Mobilität (+40) liegt. Die Forscher erklärten, dass das Thema Nachhaltigkeit sich damit besonders im Zusammenspiel mit Technologie global zeigt. Unter den Befragten wurde dieser Trend auch durch den Wunsch nach mehr Investitionen in erneuerbare Energien und den Energiewandel deutlich. Im Bereich «Wirtschaft» waren höhere Investitionen in die Bildung (+38) eine weitere, offensichtlich grenzüberschreitend relevante Forderung, die für die Befragten von grosser Bedeutung ist.

Im Bereich «Gesellschaft» kristallisiert sich der klare Wunsch nach Fortschritten bei der Gleichberechtigung heraus. Dies spiegelte sich sowohl in der Nachfrage nach mehr öffentlichen Kinderbetreuungsangeboten (+36) als auch in Forderungen nach einer verbesserten Gleichberechtigung der Geschlechter (+33) wider. Zudem besteht der Wunsch nach Verbesserungen in der Work-Life-Balance (+29). Dagegen ist im Bereich der «Politik» der Wille für Veränderungen unter den Befragten aus den 16 Ländern insgesamt am geringsten.

Wunsch nach Fortschritt – Top 10 der Themen:

  1. E-Mobilität
  2. Weiterbildung
  3. Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung
  4. Gleichberechtigung
  5. Work-Life-Balance
  6. Freier Handel
  7. Untergrundverkehr
  8. Steuergelder für Forschung
  9. Macht der sozialen Medien
  10. Entwicklungshilfe

Politische Polarisierung und Fehlinformationen als Problembereiche
Im Rahmen des Fortschrittsbarometers wurden zudem Bereiche ermittelt, in denen die untersuchten Bevölkerungsgruppen eher eine Verlangsamung oder Umkehr der Entwicklung sehen wollen. Die zunehmende politische Polarisierung (-16) ist dabei der Aspekt, dessen Entwicklung die Teilnehmenden am stärksten bremsen möchten, gefolgt von Fehlinformationen (-15). Die Umfrageteilnehmenden scheinen auf mehr Glaubwürdigkeit zu setzen, sowohl in der Politik, wo sie pragmatische Lösungen anstelle von Machtkämpfen sehen möchten, als auch in der Medienlandschaft in einer Zeit, in der man mit immer mehr «Fake News» konfrontiert ist. Outsourcing (-12) ist ein weiteres Thema, bei dem sich eine grosse Anzahl von Teilnehmenden dafür ausspricht, die aktuellen Entwicklungen zu bremsen.

In einer weiteren Dimension des diesjährigen Barometers wurden die Befragten aus den 16 Ländern gebeten, ihre Ansichten darüber zu teilen, ob sich ihr Land in den letzten zehn Jahren in bestimmten Bereichen verbessert oder verschlechtert hat. Den Ergebnissen der Studie zufolge wiesen die Bereiche nachhaltige Technologien, städtische Infrastruktur sowie Erfindungsgabe und Einfallsreichtum die grössten Verbesserungen auf. Im Gegensatz dazu kam es laut den Teilnehmenden im gleichen Zeitraum zu einer Verschlechterung in den Bereichen soziale Sicherheit, nationale Einigkeit und Schutz der Privatsphäre.

Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, sagte: «Zum 200. Geburtstag von Alfred Escher, Gründer der Credit Suisse und Unternehmer, haben wir 2018 das Fortschrittsbarometer lanciert, um den Puls des Fortschritts in der Schweiz zu erfassen. Das zweite Fortschrittsbarometer mit erweitertem Umfang vermittelt ein differenzierteres Bild von den fortschrittsbezogenen Erwartungen und Bedenken sowie von deren Verknüpfung mit der Wirtschaftsentwicklung.»

Im Hinblick auf den Fortschrittswillen bei der E-Mobilität erklärte Soumitra Dutta, Wirtschaftsprofessor an der Cornell University: «Weltweit wird der Nachhaltigkeit mehr Aufmerksamkeit geschenkt und ich sehe den Trend zu alternativen Energiequellen als Teil dieses globalen Wandels. Elektrofahrzeuge sind sicherlich ein Teil der Umstellung auf alternative Energiequellen. Ich würde E-Mobilität auch stellvertretend für den Fortschritt der digitalen Technologien interpretieren. Alle Sektoren werden durch digitale Technologien verändert, und immer mehr Menschen realisieren, dass die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung ihrer Nationen und damit ihr eigenes Wohlergehen direkt mit der erfolgreichen Einführung digitaler Technologien verbunden sind.»

Das Fortschrittsbarometer – eines von vielen weiteren Barometern der Credit Suisse
Das Fortschrittsbarometer wurde 2018 zum 200. Geburtstag des Pioniers und Gründers der Credit Suisse Alfred Escher eingeführt und misst, wie gross der Wunsch der Öffentlichkeit nach Fortschritt in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik ist. Das Barometer, das ursprünglich auf die Schweiz ausgerichtet war, wurde dieses Jahr auf 15 weitere Länder ausgedehnt: Australien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Indien, Indonesien, Japan, Kanada, Russland, Singapur, Südafrika, Südkorea, die USA und das Vereinigte Königreich. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter rund 1000 Teilnehmenden pro Nation. Somit wurden über 16’000 Teilnehmende dazu befragt, ob sie sich in den drei befragten Bereichen eine Verlangsamung oder eine Beschleunigung der Entwicklungen in ihrem Heimatland wünschen würden. Die Meinungen wurden in einer Skala von -100 (= Fortschritt sollte gebremst werden) bis +100 (= Fortschritt sollte beschleunigt werden) erfasst.

Die Haltungen im Hinblick auf den Fortschritt werden anhand eines Fortschrittsrads bewertet: Die Befragten konnten angeben, ob sie die wirtschaftliche, politische oder gesellschaftliche Entwicklung eher bremsen oder beschleunigen möchten. (Credit Suisse/mc/ps)

Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage inklusive Grafiken sowie Berichte zu den einzelnen Ländern und eine Beschreibung der Erhebungsmethodik finden Sie unter:
www.credit-suisse.com/fortschrittsbarometer

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