Deutsche Industrieaufträge legen zu

Deutsche Industrieaufträge legen zu

Berlin – Die Aufträge für die deutsche Industrie sind im Dezember dank gestiegener Auslandsaufträge stärker gestiegen als erwartet. Vor allem die robuste Entwicklung ausserhalb der Eurozone stützte die Aufträge. Ökonomen zeigten sich angesichts der zuletzt verbesserten Frühindikatoren zuversichtlich für die weitere Entwicklung.

Im Monatsvergleich seien die Auftragseingänge im Dezember um 1,7 Prozent geklettert, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mit. Von dpa-AFX befragte Experten hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet. Im November war die Produktion noch um revidierte 4,9 (zunächst 4,8) Prozent gefallen. Im Jahresvergleich blieben die Aufträge im Dezember arbeitstäglich bereinigt unverändert, nach einem Rückgang von 4,3 Prozent im Vormonat.

Zuletzt guten Umfragewerte bestätigt
Der deutliche Anstieg der Industrieaufträge in Deutschland vom Dezember bestätigt laut Commerzbank die zuletzt guten Umfragewerte. So hatten sich zuletzt Frühindikatoren wie das ifo-Geschäftsklima und die Einkaufsmanagerindizes aufgehellt. «Die bessere Beurteilung der Aufträge in den Unternehmensumfragen macht Hoffnung, dass die Bestellungen auch in den kommenden Monaten steigen werden», schreibt die Commerzbank in einer Studie. Dies sollte die Industrieproduktion im Frühjahr stabilisieren. «Wir erwarten, dass die deutsche Wirtschaft bereits im ersten Quartal wieder wächst.»

Konjunkturellen Belebung im Frühjahr erwartet
Angesichts besserer Stimmungsdaten ist laut Postbank im Frühjahr mit einer konjunkturellen Belebung zu rechnen. «Dann sollten auch die Aufträge ihren derzeit unterbrochenen Aufwärtstrend wieder aufnehmen.» Im Dezember hätten die deutschen Industrieaufträge jedoch noch ihre schwankungsanfällige Entwicklung der vergangenen Monate zum Jahresausklang fortgesetzt. Der Umfang der Grossaufträge sei im Dezember unterdurchschnittlich gewesen, so die Mitteilung. Kräftige Nachfrageimpulse seien im Monatsvergleich aus den nicht zur Eurozone gehörenden Länder gekommen (plus 12,3 Prozent). Die Bestellungen aus der Eurozone gingen hingegen deutlich um 6,8 Prozent zurück. Insgesamt legte die Auslandsnachfrage um 4,3 Prozent zu. Die Inlandsaufträge haben sich im Dezember dagegen um 1,4 Prozent abgeschwächt.

Deutlicher Zuwachs bei Investitionsgüterherstellern
Besonders deutlich war der Zuwachs bei den Investitionsgüterherstellern (plus 2,8 Prozent). Die Nachfrage nach Konsumgütern nahm ebenfalls spürbar zu (plus 1,9 Prozent). Die Auftragseingänge der Vorleistungsgüterproduzenten veränderte sich hingegen nicht. An den Finanzmärkten spielten die Daten keine Rolle.(awp/mc/ps)

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