Deutscher Export von Nachfrage aus EU-Ländern am Laufen gehalten

Deutschland
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Containerhafen Hamburg (Foto: Marco2811 – Fotolia.com)

Wiesbaden – Die globale Konjunkturflaute macht sich im deutschen Aussenhandel bemerkbar: Die Ausfuhren sind im Oktober nach einem Anstieg im Vormonat wieder zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, lagen die Exporte 1,2 Prozent niedriger als im September. Stefan Kipar, Experte bei der Bayerischen Landesbank, sieht die schwächelnde Wirtschaft in den Schwellenländern als Grund.

Die Importe gingen um 3,4 Prozent zurück. Die Handelsdaten waren schlechter als am Markt erwartet. Bankvolkswirte hatten mit Rückgängen von 0,6 Prozent (Exporte) und 1,0 Prozent (Importe) gerechnet. Im Jahresvergleich stiegen die Ausfuhren um 3,3 Prozent, während die Einfuhren um 3,0 Prozent zulegten.

Stark entwickelten sich die Ausfuhren innerhalb der EU. Sie legten im Jahresvergleich um 6,4 Prozent zu. Die Importe aus EU-Ländern stiegen um 3,3 Prozent. In der Eurozone lagen die Zuwächse bei 5,8 (Exporte) und 2,4 Prozent (Importe). Die Ausfuhren in Länder ausserhalb der EU gingen dagegen um 0,9 Prozent zurück, während die Importe aus diesen Ländern um 2,3 Prozent stiegen.

«Konjunkturschwäche in den Schwellenländern zeigt weiterhin Wirkung»
«Die schwache Entwicklung nach der kurzfristigen Erholung im Vormonat hat tendenziell gezeigt, dass die Konjunkturschwäche in den Schwellenländern weiterhin Wirkung zeigt», sagte Analyst Kipar. Die positive Entwicklung der Ausfuhren in den Euroraum nähre allerdings die Hoffnung, dass der Export in den kommenden Quartalen trotz des Bremseffektes aus den Schwellenländern zulegen dürfte. Die Märkte reagierten gelassen auf die Zahlen. Der Euro legte im Tagesverlauf sogar zu und die deutschen Anleihen gaben leicht nach.

Moritz Westerheide, Analyst bei der Bremer Landesbank, sieht die schlechten Zahlen eingebettet in ein positives Umfeld. Insgesamt sei die Auftragslage weiter auf einem «sehr, sehr stabilen Niveau», so Westerheide. Eine Trendwende zum Negativen sei nicht in Sicht. «Allerdings steht das Risiko im Raum, dass aus den globalen Krisen auch ein Stück Entglobalisierung wird. Das würde starke Exportländer wie Deutschland treffen.» Die gefallenen Importe seien vor allem auf niedrige Energiepreise zurückzuführen. (awp/mc/upd/ps)

 

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