Deutschland: Ifo-Geschäftsklima trübt sich stark ein

Hans-Werner Sinn

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

München – Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai stark eingetrübt. Das Ifo-Geschäftsklima fiel von 109,9 Punkten im Vormonat auf 106,9 Zähler, teilte das Ifo Institut am Freitag in München mit. Damit gab es nach sechs Monaten mit Zuwächsen erstmals wieder einen Rückgang. Von dpa-AFX befragte Volkswirte hatten nur mit einem leichten Rückgang auf 109,5 Punkte gerechnet. Die Erwartungshaltung und die Lagebeurteilung trübten sich deutlich ein.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex rutschte damit auf den niedrigsten Wert seit November 2011. Der aktuelle Rückgang ist der stärkste seit August 2011. Damals sorgte eine Zuspitzung der Griechenlandkrise für eine ähnlich starke Eintrübung der Stimmung in den deutschen Unternehmen.

Künftige Entwicklung pessimistischer beurteilt
Die Geschäftserwartungen fielen den Angaben zufolge von 102,7 Punkten im Vormonat auf 100,9 Zähler. Die Lagebeurteilung rutschte von 117,5 Punkte auf 113,3 Punkte. «Die Geschäftslage befindet sich aber immer noch oberhalb des langfristigen Durchschnitts», sagte der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. Die zukünftige Entwicklung werde von den Unternehmen hingegen pessimistischer beurteilt.

«Insbesondere im Einzelhandel ist die aktuelle Lageeinschätzung eingebrochen», kommentierte Sinn die Daten. Mit Blick auf die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten «halten sich positive und negative Erwartungen in etwa die Waage». Im Grosshandel sei der Rückgang vergleichsweise gering ausgefallen, hiess es weiter. Einen Rückgang habe es auch im Bauhauptgewerbe gegeben.

Das Geschäftsklima des Ifo-Instituts ist das wichtigste Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Es basiert auf einer monatlichen Umfrage unter rund 7.000 Unternehmen. (awp/mc/cs)

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