Drogeriekette Schlecker schliesst jede zweite Filiale

Schlecker

Frankfurt am Main – Die insolvente Drogeriekette Schlecker schliesst jede zweite Filiale und streicht fast die Hälfte der Arbeitsplätze: 11.750 Beschäftigte müssen um ihren Job bangen. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ankündigte, bleiben lediglich rund 13.500 Arbeitsplätze in Deutschland erhalten. «Das ist ein überlebensnotwendiger Einschnitt.»

Von den einstmals rund 6.000 Geschäften der Stammmarke des Familienkonzerns aus dem schwäbischen Ehingen sollen nur rund 3.000 fortgeführt werden. Schon in jüngster Zeit wurden zahlreiche Filialen dichtgemacht.

Vorerst keine harten Einschnitte bei Tochter IhrPlatz
Geiwitz kündigte Verhandlungen mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften über einen Sozialplan an. Ausgenommen von den harten Einschnitten sei zunächst die Tochter IhrPlatz mit ihren rund 6.000 Arbeitsplätzen und rund 660 Filialen.

Zweistellige Millionenverluste – monatlich
Die Lage sei schlechter als erwartet. «Die Analyse des Schlecker-Konzerns fällt in gewisser Weise dramatisch aus», sagte Geiwitz. In den vergangenen Jahren habe Schlecker hohe Verluste eingefahren, allein 2011 seien es rund 200 Millionen Euro gewesen. Pro Monat habe die Kette zuletzt zweistellige Millionenverluste eingefahren. Mit Blick auf die branchenüblichen Bruttoumsatzzahlen habe Schlecker 2011 noch rund 5 Milliarden Euro erlöst. Netto waren es laut Geiwitz aber nur knapp 4 Milliarden Euro.

Position der Familie Schlecker offen
Ziel sei nun, im April ohne Verluste ins Insolvenzverfahren zu starten. Dabei müssten sowohl die Lieferanten, andere Gläubiger wie Mieter und nicht zuletzt die Mitarbeiter befriedigt werden. Die Familie bleibe im Boot, aber ihre zukünftige Position sei noch völlig offen. Schlecker hatte am 23. Januar beim Amtsgericht Ulm Insolvenz beantragt, kurz danach folgte die Tochter IhrPlatz. Die Schlecker-Auslandstöchter sind bislang nicht insolvent.

Ende März solle bereits das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Danach dürfe Schlecker nicht mit Verlusten weitergeführt werden, weil sich sonst auch keine möglichen Investoren finden liessen, erklärte Geiwitz. Er strebe an, externes Geld ins Unternehmen zu holen. Dafür sei auch eine Investmentbank eingeschaltet worden. (awp/mc/pg)

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