Eurozone: Inflation verabschiedet sich aus Negativbereich

Inflation Eurozone
(Bild: © fotomek / fotolia.com)

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Luxemburg – Die Inflation im Euroraum hat sich im Oktober wieder aus dem negativen Bereich entfernt. Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte, stieg die Inflationsrate von minus 0,1 Prozent im September auf null Prozent. Bankvolkswirte hatten dies erwartet. Vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig knapp zwei Prozent anstrebt, liegt die Rate aber nach wie vor weit entfernt.

Für Preisdruck sorgt unverändert der starke Rückgang der Ölpreise. Energie war im Oktober 8,7 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor, nach einem Rückgang von 8,9 Prozent im September. Lebens- und Genussmittel waren dagegen 1,5 Prozent teurer. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,3 Prozent, Industriegüter um 0,4 Prozent. Die Kerninflationsrate (ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel) stieg von 0,9 auf 1,0 Prozent. Sie gibt den grundlegenden Preistrend besser an als die Gesamtinflation.

Was macht die EZB?
Wegen der anhaltend schwachen Teuerung steuert die EZB auf eine zusätzliche Lockerung ihrer Geldpolitik zu. Anfang Dezember soll geprüft werden, ob und inwieweit gehandelt wird. Viele Analysten rechnen mit einer Reaktion der Notenbank. Als Möglichkeiten nennen sie eine Ausweitung der erst im März gestarteten Wertpapierkäufe, Käufe über das bisherige Enddatum September 2016 hinaus oder Ankäufe zusätzlicher Wertpapiere wie Unternehmensanleihen. Auch eine weitere Absenkung des Zinses für Bankeinlagen bei der EZB, der bereits negativ ist, scheint möglich zu sein. (awp/mc/ps)

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