Eurozone: Wirtschaft auf Wachstumskurs – Dynamik schwächt sich aber weiter ab

Eurozone
(Bild: WimL - Fotolia.com)

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London – Die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum zeigt weiter nach oben. Allerdings schwächte sich die Dynamik im November weiter ab. Der vom Forschungsinstitut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex fiel von 51,9 Punkten im Vormonat leicht auf 51,7 Zähler, wie das Forschungsunternehmen am Mittwoch in London mitteilte. Es ist bereits die zweite Eintrübung in Folge, nachdem die Stimmung bis Oktober ein halbes Jahr kontinuierlich gestiegen war.

Mittlerweile liegt der stark beachtete Indikator aber seit fünf Monaten über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Ergebnisse von Markit basieren auf einer Umfrage unter 2000 Managern aus der Eurozone.

Wie im Vormonat ging die Entwicklung in der Industrie und im Servicesektor auch im November auseinander. Während sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe nach Zahlen vom Montag leicht aufhellte, trübte sie sich bei den Dienstleistern ein. Allerdings fiel der Rückgang im Servicebereich nicht so stark wie zunächst ermittelt aus.

Unterschiedliche Entwicklungen in Deutschland und Frankreich
In den beiden grössten Euro-Volkswirtschaften verlief die Entwicklung unterschiedlich. In Deutschland verbesserte sich die Stimmung in der Industrie und im Bereich Dienstleistungen, in Frankreich gaben die Indikatoren hingegen in beiden Sektoren nach.

Bei den angeschlagenen Ländern der Eurozone sorgte Italien bei der Industriestimmung für eine positive Überraschung, während die Kennziffer für den Bereich Dienstleistungen enttäuschte. In Spanien zeigte sich ein umgekehrtes Bild: Hier enttäuschte die Stimmung in der Industrie und der Dienstleistungssektor schnitt überraschend gut ab.

Wachstum im dritten Quartal knapp über Stagnation
Derweil verläuft die konjunkturelle Erholung im Euroraum zäh. Im dritten Quartal lag die Wirtschaftsleistung nur 0,1 Prozent höher als ein Quartal zuvor, wie aus Daten des europäischen Statistikamts Eurostat vom Mittwoch hervorgeht. Die Statistiker bestätigten eine erste Schätzung von Mitte November. Im zweiten Quartal hatte das Wachstum 0,3 Prozent betragen, nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den sechs Quartalen zuvor gesunken war.

Den Zahlen zufolge wurde das Wachstum zuletzt durch den Lageraufbau der Unternehmen und durch leicht höhere Anlageinvestitionen gestützt. Der Aussenhandel belastete indes das Ergebnis, während der private Konsum unter dem Strich keine Auswirkungen hatte.

Rückläufig war die Wirtschaftsleistung nur noch in Frankreich, Italien und Zypern. Das stärkste Wachstum verzeichneten Finnland und Estland. Die deutsche Wirtschaft wuchs von Juli bis September um 0,3 Prozent nach starken 0,7 Prozent im zweiten Quartal. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpfte die Wirtschaft im gesamten Euroraum wie bereits in der ersten Schätzung ermittelt um 0,4 Prozent. (awp/mc/ps)

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