Ex-US-Aussenminister Colin Powell an den Folgen von Covid-19 gestorben

Ex-US-Aussenminister Colin Powell an den Folgen von Covid-19 gestorben
Colin Powell. (1937-2021)

Washington – Colin Powell, der erste schwarze Aussenminister in der Geschichte der USA und als Viersterne-General Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte während des Golfkriegs von 1991, ist tot. Er verstarb im Alter von 84 Jahren an den Komplikationen einer Covid-19-Erkrankung, wie seine Familie auf Facebook mitteilte. Powell sei vollständig geimpft gewesen, hiess es. 

«Wir haben einen bemerkenswerten und liebevollen Ehemann, Vater, Grossvater und einen grossen Amerikaner verloren», schrieb die Familie. Powell hatte Medienberichten zufolge seit Längerem gesundheitliche Probleme.

Powell war ein angesehener Berufssoldat, dessen Karriere ihn vom Kampfeinsatz in Vietnam bis zum ersten schwarzen nationalen Sicherheitsberater am Ende der Präsidentschaft von Ronald Reagan und zum jüngsten und ersten afroamerikanischen Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff unter Präsident George H.W. Bush führte.

Verhängnisvoller Auftritt vor der UNO
Nach dem Sieg der von den USA angeführten Koalition im Golfkrieg stieg seine nationale Popularität sprunghaft an, und Mitte der 90er Jahre galt er eine Zeit lang als führender Anwärter auf das Amt des ersten schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten. Doch sein Ruf sollte für immer befleckt werden, als er als Aussenminister vor den Vereinten Nationen fehlerhafte Geheimdienstinformationen vorbrachte, um den Irakkrieg zu befürworten. Später bezeichnete er dies als grössten «Schandfleck» in seinem Lebenslauf.

Unterstützung für Demokraten und Parteiaustritt
Später in seinem öffentlichen Leben wurde Powell vom Rechtsruck der Republikanischen Partei desillusioniert und setzte sein politisches Kapital ein, um die Wahl der Demokraten ins Weisse Haus zu unterstützen, insbesondere die von Barack Obama. Bei der Präsidentenwahl im vergangenen November stellte er sich hinter den demokratischen Kandidaten Joe Biden und gegen Donald Trump. Und nach dem Sturm aufs Capitol im Januar in Washington trat er aus Protest aus der Partei der Republikaner aus. (mc/pg)

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