Finnischer Aufzughersteller Kone will TK Elevator übernehmen
Espoo/Düsseldorf – Der finnische Aufzughersteller Kone will den Aufzughersteller TK Elevator von den Finanzinvestoren Cinven und Advent übernehmen. Die Transaktion bewertet die ehemalige Aufzugsparte von Thyssenkrupp mit 29,4 Milliarden Euro inklusive Schulden, wie die Parteien am Mittwoch mitteilten. Die Übernahme soll in bar und neuen Kone-Aktien erfolgen, hiess es. Mit einem Abschluss wird frühestens im zweiten Quartal 2027 gerechnet. Schindler zeigt sich unbeeindruckt.
Gemessen an den aktuellen Umsätzen würde Kone mit dem Deal alle anderen Aufzug- und Rolltreppenhersteller weit hinter sich lassen: Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das US-Unternehmen Otis mit umgerechnet rund 12,3 Milliarden Euro die Nase vorn – vor dem Schweizer Konzern Schindler, der auf umgerechnet knapp 11,9 Milliarden Euro kam. Kone erzielte gut 11,2 Milliarden, TKE gut 9,2 Milliarden Euro. Das neue Unternehmen mit mehr als 100.000 Mitarbeitern käme damit rechnerisch auf einen Jahresumsatz von knapp 20,5 Milliarden Euro.
TK Elevator gehörte bis 2020 zum Industriekonzern Thyssenkrupp, der die Mehrheit an dem Unternehmen dann für 17,2 Milliarden Euro an Cinven und Advent verkaufte. Thyssenkrupp ist noch an TK Elevator beteiligt. Kone hatte damals schon mit Hilfe des Finanzinvestors CVC einen Versuch unternommen, TK Elevator zu übernehmen, kam aber nicht zum Zuge.
Schindler rechnet mit langer Überprüfung der Kone-TK-Fusion
Schindler zeigt sich unbeeindruckt von der angekündigten Mega-Fusion. Die Ankündigung der Fusionsvereinbarung habe «keine Auswirkungen» auf Schindler, teilte eine Sprecherin am Mittwochnachmittag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP mit. «Wir werden uns weiterhin auf unsere operativen Prioritäten konzentrieren und unserer strategischen Agenda treu bleiben», sagte die Sprecherin weiter. Allerdings bleibe die Haltung von Schindler zur potenziellen Transaktion «unverändert» – und damit kritisch.
Denn eine globale Übernahme von TK Elevator durch Kone würde zwei der grössten globalen Marktteilnehmer vereinen. «Angesichts des Umfangs und der weitreichenden Überschneidungen ist mit erheblichem Widerstand der betroffenen Marktteilnehmer zu rechnen», meint Schindler. Dies mache «langwierige behördliche Prüfungen und Rechtsstreitigkeiten wahrscheinlich». Für Kunden und Mitarbeitende bedeute dies zudem Unsicherheit. (awp/mc/pg)