Ölkonzern Halliburton bläst Baker-Hughes-Kauf ab

Halliburton

New York – Der US-Ölfeldausrüster Halliburton will seinen Konkurrenten Baker Hughes wegen staatlichen Widerstands und der schwierigen Lage der Branche nicht mehr übernehmen. Die im November 2014 geschlossene Fusionsvereinbarung sei aufgelöst worden, teilten beide Unternehmen in Houston mit. Halliburton muss dem kleineren Konkurrenten eine Konventionalstrafe in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar zahlen. Der seit 2014 anhaltende Verfall der Ölpreise trifft nach den Ölkonzernen auch die Lieferanten von Fördertechnik.

Zum Zeitpunkt der Ankündigung im Herbst 2014 war die Übernahme auf 35 Milliarden Dollar taxiert worden. Da Halliburton einen Teil des Kaufpreises in eigenen Aktien begleichen wollte und der Kurs wegen der Probleme der Branche in den vergangenen Monaten unter Druck stand, wäre Baker Hughes bei der Übernahme zuletzt 28 Milliarden Dollar wert gewesen. Die Marktkapitalisierung des Konzerns lag am Freitag bei rund 21 Milliarden.

Widerstand der Kartellbehörden
Halliburton-Chef Dave Lesar begründete den Rückzug mit dem Widerstand der Kartellbehörden und der schwierigen Lage der Branche, die mit dem Ölpreis-Verfall kämpft. Seit Mitte 2014 hat sich der Ölpreis auf dem Weltmarkt bis heute in etwa halbiert. Seit der Ankündigung der Übernahme beläuft sich der Rückgang immer noch auf rund 40 Prozent. Weil Ölstaaten wie Saudi-Arabien sich im Kampf um Marktanteile weigern, ihre Fördermengen zu drosseln, ist es weltweit zu einem erheblichen Überangebot an Rohöl gekommen.

Investitionen werden zurückgefahren
Viele Ölkonzerne wie BP und Statoil haben die Erkundung weiterer Öl- und Gasvorkommen daher auf Eis gelegt und ihre Investitionen um Milliardensummen zurückgefahren. Das Analysehaus Wolfe Research geht sogar davon aus, dass etwa einem Drittel der Gas- und Ölfirmen in den USA das Aus droht. Dadurch brechen den Ölfeldausrüstern wesentliche Einnahmen weg.

Zudem war der Fusionsplan bei Kartellbehörden in den USA und Europa auf Ablehnung gestossen. Die Kartellwächter des US-Justizministeriums hatten im April eine Klage gegen das Zusammengehen eingereicht. „Der geplante Zusammenschluss würde entscheidenden Wettbewerb eliminieren (…) und US-Verbraucher gefährden“, betonte Justizministerin Loretta Lynch.

Aus Brüssel hatte es im Januar geheissen, die EU-Kommission wolle verhindern, „dass sie (die Übernahme) zu einer geringeren Auswahl oder höheren Preisen bei Öl- und Gasexplorations- und Förderdienstleistungen in der EU führt“. Halliburton und Baker Hughes sind hinter Schlumberger die zweit- und drittgrössten Ölfeldausrüster in den USA. (awp/mc/pg)

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