Hapag-Lloyd-Börsengang offenbar vom Tisch

Karl Gernandt

Kühne+Nagel-VRP Karl Gernandt.

London – Ein Börsengang der Tui-Beteiligung Hapag-Lloyd ist offenbar erst einmal vom Tisch. So lange es keine komplette Klarheit bei der finanziellen Eigentümerstruktur gebe, könne es keinen Börsengang geben, sagte Karl Gernandt, der Verwaltungsratschef des Logistikunternehmens Kühne + Nagel, der «Financial Times» vom Donnerstag. «Ich rechnet nicht damit in den kommenden zwölf bis 15 Monaten.»

Die Kühne Holding ist Teil des im Jahr 2008 gegründeten Konsortiums Albert Ballin, das 62 Prozent an Hapag-Lloyd hält. Die restlichen 38 Prozent liegen bei der Tui AG. Diese würde den Anteil gerne ganz loswerden. Tui betonte gegenüber der Zeitung abermals, dafür mit dem Verkauf an andere Investoren oder an das Ballin-Konsortium oder mit einen Börsengang drei Optionen zu haben.

Gernandt rechnet mit Verkauf an Investor
Gernandt rechnet damit, dass der Touristikkonzern aus Hannover seine Anteile über den direkten Verkauf an einen Interessenten los wird. «Der Ausstieg Tuis wird meiner Einschätzung nach über den Verkauf an einen Investor und nicht mit einem Börsengang über die Bühne gehen», sagte er der «FT». Kuehne + Nagel selbst präferiere zwar auch einen Börsengang. Aber danach sehe es wegen der komplexen Struktur derzeit nicht aus. Es sei wahrscheinlich, dass deshalb ein Investor zum Zuge kommt.

Suche nach Ankerinvestor
Zuletzt seien Gespräche mit Interessenten aus China und Oman allerdings gescheitert. Es werde jedoch weiter nach einem Ankerinvestor gesucht. Die Hapag-Lloyd-Eigentümer führten nach Gernandts Angaben deshalb derzeit Gespräche mit amerikanischen Finanzinvestoren. Wegen der vielen verschiedenen Interessen seien die Verhandlungen aber sehr schwierig, sagte Gernandt dem Blatt. (awp/mc/ps)

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