HeidelbergCement rechnet 2012 mit Zuwächsen

Bernd Scheifele

HeidelbergCement-Konzernchef Bernd Scheifele.

Heidelberg – Der Baustoffkonzern HeidelbergCement zeigt sich nach Zuwächsen im vergangenen Jahr weiter zuversichtlich. Für das laufende Geschäftsjahr peilt die im Dax notierte Gesellschaft erneut einen Anstieg bei Umsatz und operativem Ergebnis an. «Der Geschäftsverlauf in den ersten beiden Monaten des Jahres 2012 stimmt uns zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen werden», schrieb Unternehmenschef Bernd Scheifele am Donnerstag in einem Brief an seine Aktionäre.

Dabei gehen die Heidelberger vor allem von Zuwächsen in Asien und Afrika sowie einer weiteren Erholung in Nordamerika und Europa aus. Zudem soll der Sparkurs verschärft werden. Die Kosten sollen so um zusätzliche 400 Millionen Euro sinken. Im frühen Handel legten die Aktien um zwei Prozent zu.

Asien-Nachfrage boomt

Von einem anhaltend starken Wachstum geht HeidelbergCement vor allem in China, Indonesien und Indien aus. Auch in Afrika rechnet Unternehmenschef Scheifele mit weiteren deutlichen Zuwächsen. Der Baustoffkonzern betreibt unter anderem in Tansania, Ghana und der Demokratischen Republik Kongo Produktionsanlagen. In Nordamerika rechnet das Unternehmen mit einer steigenden Nachfrage aus dem Wirtschaftsbau, aber auch mit einer langsamen Erholung im privaten Wohnungsbau. Auch in Osteuropa werden weitere Zuwächse erwartet. Zwar geht HeidelbergCement in West- und Nordeuropa von einem weiteren Wirtschaftswachstum aus, erwartet aber aufgrund des milden Winters im Vorjahr einen leichten Nachfragerückgang.

Verschuldung im Blick
Trotz aller Zuversicht will Scheifele den Sparkurs verschärfen, um höhere Energie- und Rohstoffpreise sowie Personalkosten auszugleichen. Deshalb will der unter anderem mit Holcim aus der Schweiz und der französischen Lafarge konkurrierende Konzern das Einsparziel für den Zeitraum 2011 bis 2013 von 600 Millionen auf 850 Millionen Euro erhöhen. Zudem plant HeidelbergCement, weitere 150 Millionen Euro in der Logistik bis 2014 einzusparen. Auch die Nettoverschuldung soll weiter sinken, um vor allem eine bessere Bewertung bei den Ratingagenturen zu erhalten. Unter anderem soll der Verkauf von Randgeschäften noch stärker vorangetrieben werden. Zum Jahresende 2011 betrug die Nettoverschuldung 7,8 Milliarden Euro.

Gewinnplus 2011
Das Jahr 2011 schloss HeidelbergCement dank seines Sparkurses und einer guten Nachfrage in den Schwellenländern mit einem Gewinnplus ab. Der Überschuss stieg um fünf Prozent auf 534 Millionen Euro. Die Aktionäre können sich auf eine höhere Gewinnbeteiligung freuen: Der Vorstand will die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr um 40 Prozent auf 0,35 Euro je Aktie erhöhen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug 2,3 Milliarden Euro, ein Plus von vier Prozent zum Jahr 2010. Der Umsatz zog 2011 um zehn Prozent auf 12,9 Milliarden Euro an. Ende 2011 zählte das Unternehmen weltweit 52.526 Mitarbeiter, rund 900 Beschäftigte weniger als noch im Vorjahr. (awp/mc/ps)

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