Hilti investiert weiter in die Modernisierung

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(Foto: Hilti)

Schaan – Der Baugerätehersteller Hilti ist 2019 weiter profitabel gewachsen. Den Erfolg lässt sich der Liechtensteiner Konzern auch etwas kosten: Er hat im letzten Jahr so viel wie noch nie in Forschung und Entwicklung und in die Modernisierung seiner Infrastruktur investiert.

Hilti hat 2019 für rund 5,9 Milliarden Franken Baugeräte, Software und Serviceleistungen verkauft. Das ist ein Plus von 4,3 Prozent. Der Betriebsgewinn legte sogar noch etwas schneller zu um 7,4 Prozent auf 783 Millionen. Unter dem Strich blieben damit 591 Millionen Franken als Gewinn, 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

«Die Zahlen zeigen, dass wir eine gute Balance gefunden haben zwischen dem Liefern von Ergebnissen und dem Anschieben wichtiger Themen zur Modernisierung der Gruppe», sagte Konzernchef Christoph Loos am Freitag an der Bilanzmedienkonferenz.

Virtuelle Rundgänge
Beleg dafür sei etwa der Höchststand bei den Investitionen: Um die Modernisierung voranzutreiben, hat Hilti mit 367 Millionen rund 6 Prozent seines Umsatzes für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Längst verkauft der mit seinen roten Bohrhämmern bekanntgewordene Konzern nicht nur Geräte, sondern auch Software und ganze Systeme.

Beispielsweise hob Verwaltungsratspräsident Heinrich Fischer neue Lösungen für die Baustellenplanung hervor: Damit wolle Hilti es vereinfachen, Messdaten zu erstellen und auf die Baustelle zu bringen – bisher waren dafür oft sehr komplexe Geräte nötig.

Ein anderes Beispiel lässt sich dem Geschäftsbericht entnehmen: So hat Hilti 2019 das Start-up Indoor Reality übernommen. Mit dessen Technologie können Baustellen gescannt und zu einem digitalen 3D-Rundgang verarbeitet werden.

Personalausbau soll weitergehen
Dazu kämen grosse Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur in den Werken und Büros, sagte Loos. Auch das Hilti-Team wuchs weiter: Inzwischen arbeiten weltweit rund 30’000 Personen für den Konzern, rund 1’000 mehr als noch vor Jahresfrist.

Die neuen Mitarbeitenden müssen auch integriert und eingearbeitet werden. «Wir haben unser Lernsystem umgestaltet», sagte Finanzchef Matthias Gillner. So gebe es nun kleinere Lernpakete, die bedarfsgerecht und über verschiedene Kanäle in Anspruch genommen werden könnten. Ein Beispiel: Mit dem Einsatz von Virtual-Reality-Brillen im Lernzentrum in Singapur können Mitarbeitende etwa virtuell Eisenbahntunnels begehen.

Und Hilti rechnet damit, dass die Belegschaft weiterwächst. Die Zahl der Mitarbeitenden soll etwa im Rahmen des Umsatzanstieges oder auch leicht darunter wachsen. Im laufenden Jahr etwa hätte es eigentlich ein ähnlich grosser Anstieg wie 2019 werden sollen. Allerdings sorgt derzeit noch das Coronavirus für grosse Unsicherheit.

Unsicherheitsfaktor Coronavirus
Zwar rechnet Konzernchef Loos damit, dass die Folgen für den Baumarkt und die Wertschöpfungskette überschaubar bleiben. Doch Hilti habe bereits einen spürbaren Einbruch in China verzeichnet. In China erwirtschaftet der Konzern etwa 3 Prozent seines Gruppenumsatzes.

Noch deutlich wichtiger ist das Land aber für die Lieferketten, viele Teile etwa kommen aus dem Reich der Mitte. Rund einen Viertel der Wertschöpfung werde in China erzielt, schätzte Loos.

Es sei zudem nicht auszuschliessen, dass sich die Situation auf andere Regionen übertrage und es auch zu Lieferengpässen komme. «Wir gehen davon aus, dass wir den Einfluss in unseren Zahlen relativ deutlich sehen werden.»

Zugleich hat das Coronavirus auch die Notwendigkeit zur Digitalisierung bei Hilti erhöht: Die digitale Kommunikation wurde aufgerüstet. Ein Test für eine Live-Konferenz mit mehreren Teilnehmern gelang schon einmal am Freitag: Denn wegen des Virus konnten Analysten und Journalisten erstmals auch über ein Online-Konferenzsystem an der Präsentation des Geschäftsjahres teilnehmen. (awp/mc/pg)

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