Hohe Ölpreise drücken Schuldenlast von BP
London – Die hohen Ölpreise lassen den britischen Ölkonzerns BP sein Verschuldungsziel deutlich früher erreichen als erwartet. Das Management rechnet per Ende September mit einer Nettoverschuldung zwischen 13,5 und 14,5 Milliarden US-Dollar (12,1 bis 13 Mrd Euro), teilte das Unternehmen am Dienstag in London mit. Zum Vergleich: im zweiten Quartal lag die Nettoverschuldung noch bei 22,3 Milliarden Dollar und ähnlich hoch war sie auch 2025. Eigentlich hatte BP erwartet, die Kennziffer erst bis Ende 2027 auf 14 und 18 Milliarden Dollar drücken zu können. Nun aber spielte der Energiehandel und das Raffineriegeschäft viel Geld ein.
Sowohl der Iran-Krieg als auch die Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien haben das Öl- und Kraftstoffangebot in den vergangen Monaten stark verknappt. Der Ölpreis liegt bei über 100 Dollar je Barrel und Preise für Kraftstoffe sind noch stärker gestiegen. Von den Versorgungsengpässen und Preisschwankungen profitieren Ölkonzerne, wie BP, Shell und Co.
BP-Chefin Meg O’Neill hatte es sich gross auf die Fahne geschrieben, die Schulden des Konzerns zu reduzieren. Ihren Aussagen zufolge ist BP im Branchenvergleich «seit mehr als einem Jahrzehnt am stärksten verschuldet» und muss das Kapital der Investoren besser nutzen.
BP kündigte ausserdem an, am 15. Dezember ein strategisches Update geben zu wollen. (awp/mc/ps)