HSBC-Frühindikator zeigt Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft

China Industrie

Peking – Die Stimmung in den Chefetagen chinesischer Unternehmen hat sich überraschend leicht verbessert. Mit dem Einkaufsmanagerindex für die verarbeitende Industrie deutet ein wichtiger Frühindikator im Februar auf eine Stabilisierung der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt hin. Wie die britische Grossbank HSBC am Mittwoch berichtete, stieg der Index auf 50,1 Punkte. Im Vormonat lag der Wert noch bei 49,7 Punkten. Experten hatten einen leichten Rückgang erwartet.

Ein Wert unter der kritischen Grenze von 50 bedeutet ein Schrumpfen – darüber expandiert die Industrie. Chinas Wirtschaft kühlt sich seit einigen Jahren ab. Im vergangenen Jahr war sie mit 7,4 Prozent so langsam wie seit 24 Jahren nicht mehr gewachsen. Die Regierung bemüht sich momentan darum, auf dem Weg zu niedrigeren, aber nachhaltigeren Wachstumsraten eine harte Landung der Wirtschaft zu vermeiden. Die chinesische Notenbank hat in den vergangenen Monaten mehrfach ihre Geldpolitik gelockert, um den Banken die Kreditvergabe zu erleichtern.

Experte: Kein Anlass zu Euphorie
Für den NordLB-Experten Frederik Kunze bietet der Sprung des HSBC-Frühindikators über die Expansionsschwelle keinen Anlass zu Euphorie. Die Wirtschaft steuere weiter auf eine sanfte, aber anhaltende Landung zu. Die Binnenwirtschaft habe sich zwar gut entwickelt. Die schwache Nachfrage aus dem Ausland sei aber ein Wermutstropfen.

Experten erwarten für dieses Jahr weitere Lockerungsmassnahmen der Regierung. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass die Regierung für den Fall eines anhaltenden Abschwungs Massnahmen zur Stützung des schwächelnden Häusermarkts plane.

Kreise: China plant Massnahmen zur Stützung des Häusermarkts
Die chinesische Regierung will offenbar den Abschwung auf dem Immobilienmarkt eindämmen. Die Regierung bereite entsprechende Massnahmen vor und werde diese durchführen, falls die Wirtschaft Unterstützung brauche, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Preise für neue Häuser waren im Januar deutlich gefallen, womit sich der Abschwung auf dem Immobilienmarkt der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt beschleunigt. Die Regierung könnte die Vorschriften für Anzahlungen für Zweithäuser lockern oder Steuererleichterungen beim Verkauf von Häusern bereits nach zwei statt wie bisher nach fünf Jahren gewähren, hiess es in dem Bericht.

Die chinesische Wirtschaft kühlt sich seit einigen Jahren ab. Die Regierung will niedrigere, aber dafür nachhaltigere Wachstumsraten erreichen und dabei zugleich eine harte Landung der Wirtschaft verhindern. Die Notenbank hat in den vergangenen Monaten mehrfach ihre Geldpolitik gelockert, um den Banken zur Stützung der Wirtschaft die Kreditvergabe zu erleichtern. (awp/mc/upd/ps)

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