Industrie in China leicht unter Erwartungen – Einzelhandel zieht an

China
(Foto: motorradcbr - Fotolia.com)

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Peking – Stabil ja, überzeugend nein – Chinas Konjunkturdaten zeichnen derzeit kein klares Bild: In der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt hat die Industrieproduktion zuletzt etwas stärker als erwartet an Dynamik verloren. Dafür legte der Einzelhandel kräftiger als angenommen zu. Das zeigen Zahlen der Regierung vom Dienstag. Nach überraschend guten Daten vom Aussenhandel sei der erhoffte Befreiungsschlag ausgeblieben, sagen Experten.

Die Industrieproduktion in China ist im November zwar weiter mit hohem Tempo gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahr legte sie um zehn Prozent zu, wie die Statistikbehörde in Peking mitteilte. Analysten hatten jedoch ein etwas grösseres Plus von 10,1 Prozent erwartet. Im Vormonat hatte der Anstieg noch bei 10,3 Prozent gelegen. Die stärksten Zuwächse gab es im November im Fahrzeug- und Maschinenbau sowie der Chemiebranche.

Einzelhandel über den Erwartungen
Die Geschäfte der chinesischen Einzelhändler konnten die Erwartungen der Analysten hingegen übertreffen. Der Umsatz stieg im November laut Statistikbehörde zum Vorjahr um 13,7 Prozent. Das Wachstum fiel damit etwas höher aus als in den vergangenen Monaten. Analysten hatten einen Anstieg um 13,2 Prozent vorhergesagt. Besonders hoch war die Nachfrage nach Computern und Mobiltelefonen. Hier legte der Verkauf um fast 40 Prozent zu. In den ersten elf Monaten des Jahres legte der Einzelhandelsumsatz um 13 Prozent zu.

Kein überzeugendes Bild
Insgesamt geben die chinesischen Wirtschaftsdaten vom Dienstag laut Expertin Anita Paluch von der Varengold Bank kein überzeugendes Bild ab. Unter dem Strich hätten sie aber nicht das starke Signal geliefert, das derzeit so sehr gebraucht werde. Ähnlich äusserte sich Gao Shanwen, Chefökonom des Handelshauses Essence Securities. Die Daten zeigten jedoch, dass die chinesische Wirtschaft grundsätzlich stabil sei.

China hatte am Wochenende überraschend starke Zahlen vom Aussenhandel vorgelegt. Die Ausfuhren waren im November dank einer grossen Nachfrage aus Europa und den Vereinigten Staaten deutlich gestiegen. Die Exporte kletterten nach Daten der Zollbehörde um 12,7 Prozent zum Vorjahr auf 202,2 Milliarden Dollar und damit so stark wie zuletzt im April.

Rasantes Wachstum des chinesischen Automarktes
Unterdessen wächst Chinas Automarkt – der grösste weltweit – weiter rasant. Im November wurden dort 1,7 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verkauft, wie der Branchenverband CAAM am Dienstag mitteilte. Das waren 16 Prozent mehr als vor einem Jahr. Seit Januar legten die Verkaufszahlen um 15 Prozent auf 16,2 Millionen Wagen zu. (awp/mc/pg)

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