IWF: «Gefährliche Phase» für die Weltwirtschaft

Christine Lagarde
IWF-Direktorin Christine Lagarde.

IWF-Direktorin Christine Lagarde.

Washington – Der Internationale Währungsfonds schlägt angesichts der Schuldenkrise in Europa und der blutarmen US-Konjunktur Alarm – und will massive Eingriffe. Die Weltwirtschaft befinde sich in einer «gefährlichen neuen Phase». Ein Plus von nur noch 4,0 statt 4,5 Prozent sagt der Fonds in seinem jüngsten Weltwirtschaftsausblick voraus. Zwar setze sich das Wachstum fort – «aber nur schwach und holprig».

Zwei Risiken bereiten den IWF-Experten besondere Sorge: Dass die Schuldenkrise ausser Kontrolle gerät und dass die US-Wirtschaft noch weiter abschmiert. Jedes Szenario hätte «schwere Konsequenzen für das globale Wachstum».

EZB soll weiter kräftig intervenieren
Als Rezept rät der Fonds den Politikern in der Eurozone nicht nur, die Beschlüsse ihres Brüsseler Krisengipfels vom Juli rasch umzusetzen. Zugleich müsse Europäische Zentralbank «weiterhin kräftig intervenieren», um die Ordnung auf den Märkten für Staatsanleihen zu wahren. Gerate das Wachstum in Gefahr und bleibe gleichzeitig die Inflation im Griff, solle die EZB zudem ihren Leitzins senken.

Hohe Verschuldung der Industriestaaten
Der IWF verweist in seiner aktuellen Konjunkturprognose auf die hohe Verschuldung der Industriestaaten als ein Risiko für die Weltwirtschaft. In diesem Jahr werde der Schuldenstand der Industrieländer bei 100 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Das heisst, sie haben mehr Schulden angehäuft als sie im Jahr erwirtschaften. Bis 2015 werde die Quote auf 108 Prozent klettern. (awp/mc/pg)

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