Japan: Moody’s erwartet Auswirkungen bei Autobauern

Konjunktur Japan
Fahrzeugproduktion bei Toyota.

Fahrzeugproduktion bei Toyota.

Tokio – Die japanischen Autobauer dürften laut Einschätzung der Ratingagentur Moody’s durch die Naturkatastrophe in Japan geschwächt werden. Mindestens zwischen April und September dürfte das operative Geschäft und die Ertragskraft durch die Auswirkungen von Erdbeben, Tsunami und der Atomkatastrophe beeinträchtigt werden.

Dies schreibt die Ratingagentur in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. In erster Linie bestimme die Finanzkraft der japanischen Autobauer ihre Verwundbarkeit durch die Katastrophe, sagte Analyst Tadashi Usui vom Tokioter Büro der Agentur. Toyota und Yamaha seien in ihrer aktuellen Bonitätseinstufung weniger gut positioniert, Nissan und Honda dagegen besser und Isuzu reihe sich in der Mitte ein. Toyota sei gerade erst dabei gewesen, sich von der Rückrufwelle des vergangenen Jahres zu erholen. Hingegen habe sich Nissan im Aufwind befunden und stand unter Beobachtung für eine mögliche Heraufstufung.

«Ernsthaftere Probleme»
Zwar sei kein Werk der Hersteller zerstört worden, aber die indirekten Auswirkungen durch die Stromrationierung, fehlende Zulieferteile und die Situation der Beschäftigten bedeuteten ernsthaftere Probleme, fügte Usui hinzu. Sein Kollege aus New York, Michael Mulvaney, sieht die Autohersteller stärker betroffen als etwa Hersteller von Elektrogeräten, weil die Automobilindustrie eine breitere Zuliefererbasis habe und stark von der Produktion in Japan abhänge. Die Suche nach alternativen Zulieferern lasse die Kosten steigen und könnte die Marge um ein bis zwei Prozent senken, sagte Mulvaney.

Schmalere Gewinne erwartet
Für das kommende Geschäftsjahr, das im April beginnt und bis Ende März des folgenden Jahres dauert, rechnet Mulvaney bei den japanischen Autobauern maximal mit Umsatzsteigerungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Hierbei könnte die Auslandsnachfrage die Schwäche des heimischen japanischen Marktes etwas abfedern. Höhere Preise für Strom und Zulieferteile würden die Gewinne im Gesamtjahr schmälern. Die Finanzkraft der Unternehmen werde aber nicht so stark sinken, dass eine erhebliche Abstufung der Bonitätseinstufungen zu erwarten sei, heisst es in der Prognose. (awp/mc/ps)

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