Japans Exporte ziehen weiter stark an

China
(Foto: Pixabay)

Tokio – Japans Exportwirtschaft ist dank guter Geschäfte mit dem Nachbarland China stark in das laufende Jahr gestartet. Im Januar seien die gesamten Ausfuhren im Jahresvergleich um 12,2 Prozent auf 6,1 Billionen Yen (46 Mrd Euro) gestiegen, teilte das japanische Finanzministerium am Montag in Tokio mit. Der Anstieg fiel überraschend stark aus. Bankvolkswirte hatten im Schnitt nur einen Zuwachs um 9,4 Prozent erwartet.

Hauptwachstumstreiber bei den Exporten war ein starker Anstieg der Ausfuhren nach China. Japan lieferte im Januar Waren in einem Wert von knapp 1,2 Billionen Yen in die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt. Dies ist im Jahresvergleich ein Anstieg um 31 Prozent. In China waren vor allem Produkte aus der Chemie-, Halbleiter-, Maschinen- und Stahlbranche gefragt. China war damit für die japanischen Exportunternehmen der wichtigste Handelspartner. Nummer zwei waren die Vereinigten Staaten.

Schwacher Dollar belastet Exporte in die USA
In die USA wurden Waren für knapp 1,1 Billionen Yen exportiert – das Wachstum fiel mit 1,2 Prozent aber unterdurchschnittlich aus. Hier belastete unter anderem der zuletzt schwache Dollar. Kursrückgänge beim Dollar haben zur Folge, dass von den in den Vereinigten Staaten erzielten Erlösen weniger in den Bilanzen der Export-Unternehmen wie Sony oder Toyota ankommt.

Generell hätten Japans Exportfirmen von einer positiven Entwicklung der Weltwirtschaft profitiert, sagte Experte Masaki Kuwahara von der Bank Nomura Securities. Ausserdem verwies er auf die starke Nachfrage aus China. „Ich denke, dass sich die Exporte noch eine Weile gut entwickeln werden“, sagte Kuwahara.

Japans starke Exporte – 2017 war das beste Jahr seit der Finanzkrise – sind ein wichtiger Grund für die zuletzt gut laufende Wirtschaft. Da die Unternehmen viel exportieren, sind die Investitionen der Unternehmen hoch.

Auch Einfuhren ziehen an
Neben den starken Exporten sind aber auch die Einfuhren nach Japan im Januar kräftig gestiegen. Hier meldete das Ministerium einen Zuwachs im Januar um 7,9 Prozent im Jahresvergleich auf rund 7,0 Billionen Yen. Japan verfügt über wenig Rohstoffe und ist daher auf die Einfuhr von wichtigen Grundstoffen wie zum Beispiel Rohöl angewiesen.

Nach Einschätzung von Experten sind die steigenden Importe aber auch ein Hinweis auf eine stärkere Binnenkonjunktur in Japan. „Der Anstieg der Einfuhren zeigt, dass die Binnennachfrage gesund ist“, kommentierte Yuichi Kodama, Chefvolkswirt beim Versicherungsunternehmen Meiji Yasuda Life Insurance.

Unter dem Strich verzeichnete Japan im Januar zum ersten Mal seit vergangenen Mai wieder ein Defizit in der Handelsbilanz. Der Fehlbetrag betrug nach Angaben des Finanzministeriums 0,943 Billionen Yen. (awp/mc/pg)

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