Japans Industrie bricht stärker ein als erwartet

Konjunktur Japan
Fahrzeugproduktion bei Toyota.

Fahrzeugbau bei Toyota..

Tokio – Die japanische Industrieproduktion ist im März wegen der Naturkatastrophen so stark eingebrochen wie noch nie. Wie die Regierung am Donnerstag in Tokio mitteilte, betrug der saisonbereinigte Rückgang im Vergleich zum Vormonat 15,3 Prozent.

Dies ist das höchste Minus seitdem die Daten aufgezeichnet werden. Experten hatten mit einem Minus von rund elf Prozent gerechnet. Im April und Mai soll die Produktion wieder zulegen. Das Megaerdbeben und der Tsunami vom 11. März zerstörten viele Produktionsstätten und unterbrachen Zulieferketten. Die Arbeitslosenquote blieb im März unverändert bei 4,6 Prozent. Nach Angaben der Agentur Kyodo musste allein die Autoindustrie einen Produktionsrückgang um gut 57 Prozent hinnehmen.

Notenbank lässt Zins unverändert
Die japanische Notenbank hat am Donnerstag ihren Leitzins wie allgemein erwartet unverändert knapp über null Prozent belassen. Der Leitzins liege weiter in einer Spanne zwischen null und 0,1 Prozent, teilte die Bank of Japan am Donnerstag in Tokio mit. Ein überraschender Vorstoss von Vize-Notenbankchef Kiyohiko Nishimura zur Ausweitung des Anleihekaufprogramms wurde mit acht zu einer Stimme abgelehnt. Nishimura sprach sich für eine abermalige Ausweitung des Programms um 5 Billionen Yen (ca. 41 Milliarden Euro) auf 15 Billionen Yen aus. Erst im März hatte die Notenbank das Programm als Reaktion auf die schwere Naturkatastrophe um 5 Billionen Yen ausgeweitet.

Notenbank senkt kurzfristigen Ausblick
Die Notenbank Japans hat ihren kurzfristigen Konjunkturausblick angesichts der schweren Natur- und Atomkatastrophe deutlich gesenkt. Mittelfristig zeigt sich die Bank of Japan wegen der konjunkturstützenden Aufräumarbeiten jedoch zuversichtlicher, wie aus dem halbjährlichen Konjunkturbericht der Notenbank vom Donnerstag hervorgeht. Für das laufende Fiskaljahr 2011 senkte die Notenbank ihre Konjunkturprognose von zuletzt 1,6 Prozent auf 0,6 Prozent. Für 2012 wurde die Prognose indes von 2,0 Prozent auf 2,9 Prozent erhöht. Als Begründung wurden die immensen Anstrengungen zum Wiederaufbau der japanischen Wirtschaft genannt, die der Konjunktur einen Schub verleihen dürften. (awp/mc/ss)

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