Johnson & Johnson verdient wegen Rückruf weniger

William Weldon

J&J-CEO William Weldon.

New Brunswick – Der US-Konsumgüter- und Medizintechnikkonzern Johnson & Johnson hat im ersten Quartal aufgrund von Rückrufkosten weniger verdient als im Vorjahr. Unter dem Strich sei der Überschuss um eine auf 3,5 Milliarden Dollar gesunken, teilte das Unternehmen am Dienstag in New Brunswick mit.

Neben dem kostspieligen Rückruf künstlicher Hüftgelenke trug auch die Tatsache zu dem Gewinnrückgang bei, dass der Konzern im Vorjahr einen ausserordentlichen Ertrag verbucht hatte. Die Sondereffekte ausgeklammert stieg der Gewinn, und zwar sogar stärker als von den meisten Analysten erwartet. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf 16,2 Milliarden Dollar zu. Auch hier wurden die Schätzungen übertroffen. Für das Gesamtjahr zeigte sich Johnson & Johnson optimistisch und hob seine Prognose für den Gewinn an. Dieser soll nun bei 4,90 bis 5,00 Dollar je Aktie liegen. Die im Dow Jones geführt Aktie legte im frühen US-Handel um gute drei Prozent auf 62,30 Dollar zu.

Medizintechnik wichtigste Sparte
Der Konzern aus New Jersey ist für seine Körperpflegeprodukte (Penaten, bebe), Hygieneartikel (o.b.) und Arzneimittel (Dolormin, Imodium) bekannt. Den meisten Umsatz macht Johnson & Johnson aber inzwischen mit Medizintechnik. Die Sparte steuerte im ersten Quartal 6,4 Milliarden Dollar zum Umsatz bei, 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Pharmageschäft mit rezeptpflichtigen Arzneien erzielte der Konzern 6,1 Milliarden Dollar Umsatz, das entspricht einem Zuwachs von 7,5 Prozent.

Konsumsparte mit rückläufigen Erlösen

Die Konsumsparte, zu der neben Pflegeprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln auch frei verkäufliche Medikamente zählen, verbuchte als einzige einen Rückgang. Unter anderem wegen Produktionsstopps im Zusammenhang mit Rückrufen sanken die Erlöse um 2,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Im vergangenen Jahr hatte Johnson & Johnson zig Rückrufaktionen, was den Konzern hunderte Millionen Dollar Umsatz kostete. Die Bandbreite der Produkte reichte dabei von Prothesen bis zu Grippemitteln.

Gespräche mit Synthes
Derzeit ist Johnson & Johnson aber eher wegen eines möglichen Milliardenzukaufs in den Schlagzeilen. Wie Anfang der Woche bestätigt wurde, verhandelt der Konzern mit dem Schweizer Medizintechnikunternehmen Synthes über eine Übernahme. Klappt der Zukauf wäre er mit geschätzten 20 Milliarden Dollar der grösste in der Unternehmensgeschichte. Synthes stellt chirurgisches Zubehör und Implantate her. (awp/mc/upd/ps)

Johnson & Johnson

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