Konsumlaune der Briten trübt sich massiv ein

Detailhandel
(Foto: Fotolia / stockphoto-graf)

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London – Die Hinweise auf ernste Folgen für die britische Wirtschaft durch das Brexit-Votum verdichten sich. Eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK unter britischen Verbrauchern zeigte einen heftigen Stimmungseinbruch. Der Stimmungsindex sei um 8 Punkte auf minus 9 Zähler gefallen, teilte die GfK Group am Freitag mit. Dies ist der stärkste Einbruch seit über 21 Jahren.

Die Umfrage der GfK-Marktforscher erfolgte im Zeitraum vom 30. Juni bis 5. Juli, also deutlich nach der Bekanntgabe des Brexit-Votums am 24. Juni. Einen ähnlich starken Einbruch der Konsumlaune hatte es zuletzt im Dezember 1994 gegeben, als die Kauflaune unter anderem unter einer Erhöhung der Steuern und Sozialabgaben gelitten hatte.

«Periode der Unsicherheit»
GfK-Experte Joe Staton sprach von einer «Periode der Unsicherheit» in Grossbritannien. Bei den Unterindikatoren des Konsumklimas habe es den stärksten Rückgang bei der Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten gegeben.

Experte Holger Schmieding von der Berenberg-Bank sagte aber, der Stimmungseinbruch bei den Konsumenten sollte nicht überbewertet werden. Es gebe nur einen begrenzten Zusammenhang zwischen der Konsumlaune und den aktuellen Ausgaben der Verbraucher an den Ladentheken. Sollten sich aber die Bedenken der Briten über die weitere Entwicklung am Immobilienmarkt verstärken, schätzte Schmieding das Risiko einer Rezession in Grossbritannien als sehr hoch ein.

Furcht vor Krise im Immobiliensektor
Zuletzt hatten zahlreiche Immobilienfonds in Grossbritannien Auszahlungen an die Anleger vorerst ausgesetzt und die Furcht vor einer Krise auf dem Immobiliensektor geschürt. Zuvor hatte sich bereits die Stimmung im britischen Dienstleistungssektor laut dem Forschungsinstitut Markit im Juni stärker als erwartet eingetrübt. Die Umfrage wurde allerdings noch grösstenteils vor der Brexit-Entscheidung durchgeführt. Markit-Chefökonom Chris Williamson warnte vor einer möglichen Schrumpfung der Wirtschaft in den kommenden Monaten. (awp/mc/pg)

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