Lufthansa und MSC bekunden Interesse an Alitalia-Nachfolgerin ITA

Lufthansa und MSC bekunden Interesse an Alitalia-Nachfolgerin ITA
Die Alitalia-Nachfolgerin ITA Airways will nicht im Regen stehen gelassen werden.

Rom / Genf – Die Container- und Kreuzfahrt-Reederei MSC erwägt zusammen mit Lufthansa eine Übernahme der Alitalia-Nachfolgerin ITA Airways. Beide Unternehmen hätten ihr Interesse an einem Mehrheitsanteil bekundet, teilte ITA am Montagabend mit. MSC hat die Pläne nach eigenen Angaben der italienischen Regierung als ITA-Eigentümerin vorgestellt. Der italienische Staat soll demzufolge als Minderheitseigner an der Fluggesellschaft beteiligt bleiben. Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte am Abend die «kommerzielle Partnerschaft» mit MSC und den Inhalt der ITA-Mitteilung.

An der Börse wurden die Nachrichten am Dienstag verhalten aufgenommen. Nachdem die Lufthansa-Aktie im Zuge des allgemeinen Kursrutsches am Montag mehr als 5 Prozent verloren hatte, gab die Aktie zum Handelsstart am Morgen um 1,45 Prozent auf 6,47 Euro nach.

MSC und Lufthansa verlangen den Mitteilungen zufolge 90 Arbeitstage für exklusive Gespräche über einen möglichen Deal. Der ITA-Verwaltungsrat werde die Details der Interessensbekundung in einer bevorstehenden Sitzung prüfen, hiess es. ITA war am 15. Oktober als Nachfolger von Alitalia gestartet, nachdem die italienische Traditions-Fluggesellschaft wegen jahrelanger Verluste nicht mehr zukunftsfähig war.

Bereits um Übernahme durch Lufthansa geworben
Schon im November hatte ITA-Verwaltungsratschef Alfredo Altavilla im «Handelsblatt» um eine Übernahme durch die Lufthansa geworben. Die Deutschen hatten zum ITA-Start mitgeteilt, dass man zu Gesprächen über eine geschäftliche Zusammenarbeit bereit sei. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte dies als ersten Schritt bezeichnet und Gespräche mit Altavilla bestätigt.

Ein ITA-Sprecher hatte am Wochenende gesagt, vor der Vorlage eines strategischen Plans an den Vorstand des Unternehmens am 31. Januar würden keine Schritte zu möglichen Allianzen unternommen.

In der Corona-Krise hatten die Regierungen von Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz den Lufthansa-Konzern mit Milliardenhilfen vor dem Untergang bewahrt. Die stillen Beteiligungen des deutschen Wirtschaftsstabilisierungsfonds und den Kredit der hiesigen Staatsbank KfW hat die Lufthansa inzwischen zurückbezahlt. Die Bundesrepublik ist aber noch mit gut 14 Prozent an dem Konzern beteiligt.

ITA hatte von ihrer Vorgängerin Alitalia zunächst nur etwa ein Viertel der Mitarbeiter und einen Teil der Flugzeuge übernommen. Die Flotte soll von anfänglich 52 Maschinen im laufenden Jahr auf 78 Flugzeuge wachsen. Für Ende 2025 peilt das Management einen weiteren Ausbau auf 105 Maschinen an.

Im Vergleich zur Lufthansa mit ihren Töchtern wie Swiss, Austrian, Brussels und Eurowings ist die italienische Airline ein Zwerg. Der deutsche Konzern verkleinert angesichts der Corona-Krise zwar seine Flotte. Doch auch nach den Kürzungen sollen rund 650 Flugzeuge übrigbleiben. (awp/mc/ps)

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