Milliardenübernahme bahnt sich an: Actavis an Warner Chilcott interessiert

Paul Bisaro

Paul Bisaro, Präsident und CEO Actavis.

Parsippany – In der Pharmabranche bahnt sich wieder einmal eine Milliardenübernahme an: Der US-Generikahersteller Actavis spricht derzeit mit dem irischen Konkurrenten Warner Chilcott über eine Übernahme. Die Verhandlungen seien in einem frühen Stadium und es gebe noch keine Übereinkunft, teilten die beiden Konzerne am Wochenende in Dublin und Parsippany mit. Sowohl Actavis als auch Warner Chilcott wollten keine weiteren Angaben machen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte bereits am Freitagabend über ein mögliches Gebot von Actavis berichtet. Die Kurse beider Aktien legten nach dem Bericht deutlich zu. Der Börsenwert von Actavis stieg um zwölf Prozent auf etwas mehr als 15,3 Milliarden Dollar. Der Warner-Chilcott-Kurs sprang um rund ein Fünftel nach oben. Das irische Unternehmen ist damit an der Börse rund 4,5 Milliarden Dollar wert.

Warner Chilcott stellt sich selber zum Verkauf
Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass Actavis selbst Ziel einer Übernahme werden könnte. Bloomberg-Informationen zufolge war der kanadische Konkurrent Valeant interessiert. Wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen seien die Gespräche aber ins Stocken geraten, hatte es Ende April geheissen. Warner Chilcott dagegen hatte sich vor mehr als einem Jahr selbst mal zum Verkauf gestellt. Schon damals soll Actavis interessiert gewesen sein. Im August hatte das irische Unternehmen jedoch mitgeteilt, keinen geeigneten Partner gefunden zu haben.

Branche im Umbruch
Die Pharma-Branche ist derzeit stark in Bewegung. Viele grosse Konzerne suchen wegen auslaufender Patente und sinkender Margen nach neuen Geschäftsfeldern oder Partnern. Aus diesem Grund kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu milliardenschweren Übernahmen. So hatte der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer erst Ende April die Übernahme des US-Unternehmens Conceptus für etwa 1,1 Milliarden US-Dollar angekündigt.

Zudem läuft zurzeit um das irische Biotechunternehmen Elan ein Übernahmepoker. Der US-Konzern Royalty Pharma will für die Iren bis zu 7,3 Milliarden Dollar zahlen. In Deutschland ranken sich immer wieder Gerüchte um den Generikahersteller Stada. Das Bad Vilbeler Unternehmen wird von einigen Analysten als mögliches Übernahmeziel genannt. (awpmc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.