Ölkonzern BP erwartet Milliarden-Abschreibung

Bernard Looney
BP-CEO Bernard Looney. (Foto: BP)

London – Der Ölkonzern BP erwartet auch wegen der Coronavirus-Pandemie für das zweite Quartal Abschreibungen in zweistelliger Milliardenhöhe. Die Belastungen dürften sich auf 13 bis 17,5 Milliarden US-Dollar belaufen, teilte das Unternehmen am Montag in London mit.

Hauptgrund ist eine neue Einschätzung der künftigen Ölpreisentwicklung. Zudem sei von einer schwächeren Nachfrage nach Öl auszugehen, da die Weltwirtschaft wohl über längere Zeit unter der Coronavirus-Pandemie leiden werde. Der Aktienkurs des Ölkonzerns gab am Montagvormittag an der Londoner Börse um rund 5 Prozent nach.

Schnellerer Übergang zu klimaneutraler Wirtschaft
Das Management geht jetzt langfristig von einem durchschnittlichen Ölpreis von 55 US-Dollar pro Barrel der Sorte Brent aus. Ausserdem prüft das Unternehmen laufende Projekte. Dies könnte dazu führen, dass es die Fördermenge an einigen Stellen verringert.

Darüber hinaus dürfte die Pandemie Folgen für die Klimapolitik haben und den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft beschleunigen. BP hatte bereits im Februar mitgeteilt, bis 2050 klimaneutral werden zu wollen.

Abbau von 10’000 Stellen
Vergangene Woche hatte BP bereits angekündigt, weltweit 10’000 Arbeitsplätze zu streichen. Die Stellenkürzungen sollen ausschliesslich die Verwaltung treffen, hiess es. Weltweit hat der Konzern rund 70’000 Mitarbeiter.

BP musste im ersten Quartal dieses Jahres durch den Ölpreisverfall und die gesunkene Nachfrage im Zuge der Coronavirus-Pandemie bereits heftige Gewinneinbussen hinnehmen. Anders als Konkurrent Shell hatte sich BP trotzdem dagegen entschieden, die Ausschüttung an die Anteilseigner zu kappen. (awp/mc/pg)

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