Ölpest: BP will 20 Mrd Dollar von Halliburton

Ölbohrplattform Deepwater Horizon
Ölbohrplattform Deepwater Horizon, Explosion vom 20.04.2010.

Explosion der Bohrplattform «Deepwater Horizon» vom 20. April 2010.

Washington – Die BP-Aktie zog am Dienstag in London etwas mehr als ein Prozent auf 464,50 Pence an. Das Papier war nach der Ölkatastrophe stark gefallen und hatte zeitweise nur noch 300 Pence gekostet, konnte sich aber seitdem wieder deutlich erholen.

Nach der schwersten Ölpest in der US-Geschichte laufen bereits zahlreiche Verfahren. Vor allem BP und der US-Konzern Halliburton streiten sich, wer an der Katastrophe die Hauptschuld trägt. Bei den Vorwürfen gegen Halliburton geht es darum, dass das Bohrloch auf dem Meeresgrund nicht sachgemäss abgedichtet und dabei möglicherweise minderwertiger Zement verwendet worden sei. Bei der Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon» waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. Durch das Unglück entstand ein Leck am Bohrloch, aus dem über Monate riesige Mengen Rohöl ins Meer strömten. Mehrere Versuche, das Leck zu schliessen, schlugen zunächst fehl. Weite Teile der amerikanischen Golfküste wurden verschmutzt.

Vorwurf der Beweisvernichtung
BP wirft dem US-Unternehmen Halliburton bereits seit längerem vor, nach dem Unglück Beweismaterial vernichtet zu haben. BP war der Betreiber der Bohrinsel und hatte Halliburton als Vertragspartner angeheuert, um das Bohrloch am Meeresgrund mit Zement zu versiegeln. Der britische Konzern argumentiert, dass der damals verwendete Zementmix fehlerhaft gewesen sei und Halliburton nach der Explosion belastende Testergebnisse vernichtet habe. Die US-Firma hielt dagegen, dass nicht ihr Zement schuld an der Katastrophe gewesen sei, sondern schlechte Ingenieur- und Wartungsarbeiten bei BP.  (awp/mc/upd/ps)

Transocean

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