Pierer rechnet mit herausfordernde Situation bei Lieferketten

Stefan Pierer
Stefan Pierer, CEO Pierer Mobility AG. (Foto: zvg)

Wels – Der Zweiradbauer Pierer Mobility hat das Rekordergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 mit den definitiven Zahlen bestätigt und rechnet im laufenden Jahr mit weiterem Wachstum. Im ersten Semester wird jedoch eine herausfordernde Situation bei den internationalen Lieferketten erwartet. Die Guidance wird beibehalten.

Für 2021 wird demnach weiter ein Umsatz von 1,8 bis 1,9 Milliarden Euro erwartet. Das wäre auf Jahressicht ein Plus von bis zu 24 Prozent. Die EBIT-Marge soll zwischen 8 bis 9 Prozent betragen und die EBITDA-Marge über 15 Prozent liegen.

Das österreichische Unternehmen hatte bereits zuvor die Eckdaten 2020 veröffentlicht. Die Gruppe hat im vergangenen Jahr rund 326’500 Zweiräder verkauft und damit einen 1 Prozent höheren Umsatz von 1,53 Milliarden Euro erzielt. In der zweiten Jahreshälfte ist es damit gelungen, die verlorenen Produktions- und Absatzmengen aus dem Covid-Lockdown im Frühjahr aufzuholen.

Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA (233,5 Mio) und die entsprechende Marge (15,3%) lagen leicht unter dem Vorjahr. Auf Stufe EBIT nahm er jedoch um 19 Prozent auf 107,2 Millionen ab (Marge 7,0%). Und unter dem Strich steht in der Folge ein 27 Prozent tieferer Gewinn nach Steuern von 69,5 Millionen.

Nachdem im Vorjahr die Dividende nach zunächst angekündigten 0,30 Euro pro Aktie wegen der Coronakrise gestrichen wurde, sollen in diesem Jahr 0,50 Euro pro Anteilsschein an die Aktionäre fliessen.

Mit den Töffmarken KTM, Husqvarna und Gasgas sei in den Schlüsselmärkten Europa, Nordamerika und Australien ein rekordhoher Marktanteil von 12,7 Prozent erreicht worden, heisst es weiter. Gesteigert worden sei der Anteil dank einer Übernahme insbesondere in Australien, aber auch in Nordamerika. In Indien baut Pierer Motorräder in Kooperation mit Bajaj.

E-Töffs und -Bikes im Trend
Auch im laufenden Jahr 2021 will das Unternehmen den Marktanteil ausbauen. Ziel sei es, in Europa Marktführer zu werden. In den kommenden Jahren werde zudem ein verstärkter Fokus auf Elektromobilität im Scooter-Segment gelegt. Hier ist eine gemeinsamen Elektro-Zweiradplattform mit der indischen Bajaj geplant. Zudem investiert Pierer in ein Elektromobilitätszentrum in Anif bei Salzburg mit bis zu bis zu 300 Mitarbeitenden.

Auch im Bereich E-Bikes will die Gruppe in den kommenden Jahren stark wachsen. Es sei geplant, mit diesem Segment bis 2025 einen Jahresumsatz von 500 Millionen Euro zu erzielen, hiess es. 2020 steuerten E-Bikes erst 112,5 Millionen zum Umsatz bei, jedoch mit stark steigendem Trend.

2021 werde der Fokus weiterhin auf der Absicherung der Supply Chain sowie auf Effizienz- und Produktivitätssteigerungen liegen, heisst es weiter. Pierer erwartet Kapazitäts- und Lieferengpässe bei einzelnen Zulieferern und in der internationalen Transportlogistik im ersten Halbjahr.

Mit Blick auf die Pandemie würden laufend Vorsichtsmassnahmen getroffen, weiterentwickelt und in Arbeitsprozess integriert. So werde etwa an der Einrichtung einer Impfstrasse im Unternehmen gearbeitet. (awp/mc/ps)

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