Präsidentenwahl in Ägypten am 26. und 27. Mai

Abdel Fattah al-Sisi

Haushoher Favorit auf das ägyptische Präsidentenamt: Abdel Fattah al-Sisi.

Kairo – Fast ein Jahr nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi soll Ägypten wieder einen gewählten Staatschef bekommen. Die Wahlkommission bestimmte am Sonntag den 26. und 27. Mai als Datum für die erste Runde der Präsidentenwahl. Als haushoher Favorit gilt der frühere Militärmachthaber Abdel Fattah al-Sisi. Falls eine zweite Runde nötig sein wird, wird diese am 16. und 17. Juni über die Bühne gehen. Das teilte die Kommission auf einer Pressekonferenz in Kairo mit.

Al-Sisi war der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, als diese im Juli 2013 den im Jahr zuvor gewählten Mursi stürzten. Dem Coup waren Massenproteste gegen die autoritäre Herrschaft des Islamisten vorausgegangen. Die meisten Medien des Landes glorifizieren ihn seitdem. Mursi befindet sich in Haft. Gegen ihn laufen mehrere Strafverfahren, deren Anklagen politisch konstruiert wirken.

Rücktritt von allen Militär- und Regierungsämtern
Al-Sisi war am Mittwoch von allen Militär- und Regierungsämtern zurückgetreten, um die Voraussetzungen für eine Präsidentschaftskandidatur zu erfüllen. Beobachter bezweifeln, dass in Ägypten derzeit die Bedingungen für freie und faire Wahlen gewährleistet sind.

Im Norden der Halbinsel Sinai beschossen am Sonntag Aufständische einen Militärtransporter. Dabei wurde ein Soldat getötet. Drei weitere erlitten Verletzungen, bestätigten Sicherheitskreise. (awp/mc/ps)

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