Prozess um Flowtex-Millionen in der Schweiz eröffnet

Gericht, Urteil

Frauenfeld – Einer der grössten Betrugsfälle der deutschen Wirtschaftsgeschichte hat 15 Jahre nach seiner Aufdeckung ein juristisches Nachspiel in der Schweiz. Vor dem Bezirksgericht in Frauenfeld (Kanton Thurgau) begann am Montag ein Prozess gegen den einstigen Chef der Betrugsfirma Flowtex, Manfred Schmider, sowie seine Ex-Frau, seinen Sohn und seine Tochter.

Sie müssen sich unter anderem wegen Geldwäsche und Veruntreuung verantworten. Beschuldigt ist auch ein Schweizer Anwalt der Familie. Ihnen wird vorgeworfen, in Deutschland ergaunerte Vermögenswerte in mehrfacher Millionenhöhe in der Schweiz versteckt und der Insolvenzmasse von Flowtex entzogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert Strafen zwischen dreieinhalb Jahren sowie fünf Jahren und fünf Monaten, hohe Geldbussen und den Einzug der Vermögenswerte.

«Big Manni»
Die von Schmider in Ettlingen bei Karlsruhe gegründete Firma Flowtex hatte mehr als 3000 Spezialbohrgeräte zur unterirdischen Rohrverlegung «verkauft», von denen die meisten nur auf dem Papier existierten. Der Schaden durch diese Luftgeschäfte belief sich auf 2,6 Milliarden Euro. Schmider – bekannt als «Big Manni» – sass in Deutschland sieben Jahre in Haft. 2007 kam er frei. Er lebt heute auf Mallorca. Seine Familie war 2002 in die Schweiz umgezogen. (awp/mc/ps)

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