Queen Elizabeth II. ist tot

Queen Elizabeth II. ist tot
Queen Elisabeth II. (1926-2022)

London – Die britische Königin Elizabeth II. ist tot. Sie starb am Donnerstag im Alter von 96 Jahren friedlich auf ihrem Landsitz Schloss Balmoral in Schottland, wie der Palast mitteilte.

Die vier Kinder der Königin – Prinzessin Anne, die Prinzen Andrew, Charles und Edward – waren zuvor an die Seite der Königin auf Schloss Balmoral gereist. Ihr Sohn Charles ist nun König.

Der neue britische König, der sich offiziell Charles III nennen wird, zeigte sich schwer erschüttert über den Tod seiner Mutter: „Wir sind in tiefer Trauer um einen geschätzten Souverän und eine vielgeliebte Mutter“, teilte Charles mit. Er fügte hinzu: „Ich weiss, dass ihr Verlust das ganze Land schwer bewegt.“ Das gelte auch in den Gebieten ihrer Herrschaft und des Commonwealths – und für Menschen auf der ganzen Welt.

«Während dieser Phase der Trauer und des Wandels werden meine Familie und ich getröstet und getragen durch das Wissen über den Respekt und die tiefe Zuneigung, die der Queen so weithin entgegenbracht wurde“, so Charles weiter.

Elizabeth hatte den Thron länger inne als jeder britische Monarch vor ihr. Die Queen war Regentin nicht nur über Grossbritannien, sondern auch ein Dutzend anderer Länder des Commonwealth, darunter Kanada, Australien und Neuseeland. Für viele Menschen weltweit war sie schlicht die Personifizierung Grossbritanniens. Innerhalb des Vereinigten Königreichs galt sie als Symbol von Pflichtbewusstsein und Stabilität, auch in Zeiten politischer Krisen oder von Turbulenzen in der königlichen Familie selbst. Experten betrachten ihre Popularität als Stütze der jahrhundertealten Monarchie, die in Grossbritannien umstritten ist.

Auch über den Commonwealth hinaus war die Queen eine bedeutende Persönlichkeit. Sie empfing mit Ausnahme von Lyndon B. Johnson alle US-Präsidenten seit Harry Truman, sie erlebte 15 britische Premierminister – der erste war Winston Churchill – und traf fünf der sieben Päpste, die seit ihrem Amtsantritt im Amt waren.

Der ewige Thronfolger ist König
Beerbt wird Elizabeth II. von ihrem Sohn Charles (73). Queen-Enkel Prinz William (40) rückt zum Thronfolger auf. Nummer zwei in der Thronfolge ist nun der 9-jährige Prinz George.

Obwohl die britische Monarchin über keine politische Macht verfügte, galt sie als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Zeit. Mit unbedingtem Pflichtbewusstsein und Beständigkeit führte sie das Land durch grosse Veränderungen hindurch.

Als sie 1952 Königin wurde, war Grossbritannien noch eine Kolonialmacht. 1997 wurde als letzte grössere Kolonie Hongkong an China übergeben. Durch den Commonwealth pflegte die Queen später weiterhin den Kontakt zu den ehemaligen Kolonien.

Familiäre Krisen und Tragödien
Schon als 13-Jährige hatte Elizabeth sich in den schneidigen Philip Mountbatten verliebt. Der griechische Prinz aus einem dänisch-deutschen Adelshaus war zeitlebens ihre grosse Stütze. Die Ehe währte bis zu Philips Tod im April 2021 im Alter von 99 Jahren.

In der Familie der Königin gab es immer wieder Krisen und Tragödien. Dazu zählten der Unfalltod ihrer Ex-Schwiegertochter Prinzessin Diana, aber auch die Vorwürfe im Missbrauchsskandal gegen ihren Sohn Andrew und der Rückzug des Enkels Prinz Harry von seinen royalen Pflichten. Die Queen ertrug alles mit stoischer Ruhe.

Ihre grosse Leidenschaft galt Hunden – ihren Corgis – und Pferden. Noch bis ins hohe Alter stieg sie in den Sattel. Dabei verzichtete sie auf einen schützenden Reiterhelm und bevorzugte stattdessen ein Kopftuch.

Aus politischen Angelegenheiten hielt sich die Monarchin stets heraus. Auch zum Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union (Brexit) äusserte sich die Queen nicht. (awp/mc/ps)

Das Leben von Queen Elizabeth II – Wikipedia

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