Sepp Blatter bleibt nach einer wenig glanzvollen Wahl FIFA Präsident

Joseph S. Blatter

FIFA-Präsident Joseph «Sepp» Blatter.

Zürich – Man hat es erwartet, erhofft, oder befürchtet, je nachdem, wie man seine Arbeit und die andauernden Querelen um Bestechungen, Schmiergelder und überraschende Austragungsorte von Fussball-Grossanlässen beurteilt: Sepp Blatter wurde wiederum zum FIFA Präsidenten gewählt. 

Von Helmuth Fuchs

Ganz so glatt wie noch vor Kurzem erwartet ging die Wahl jedoch nicht über die Bühne. Der aktuelle Skandal hat vor allem die UEFA und ihren Präsidenten, Michel Platini, zutiefst verärgert. Blatter verpasste im ersten Wahlgang mit 133 Stimmen den Sieg um 7 Voten, während sein Kontrahent, Prinz Ali bin al-Hussein, 73 Stimmen für sich verbuchen konnte. Auch Peter Gilliéron, Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV), stimmte gemäss den UEFA-Vorgaben für Blatters Gegenspieler.

Reputation wieder herstellen, WM Austragungsorte belassen, Frauen fördern
Die Wahl nach dem Rückzug von Prinz Ali vor dem zweiten Wahlgang ist kaum die Unterstützung, die sich Sepp Blatter für seine fünfte Amtszeit erhoffte, sondern eher dem Umstand geschuldet, dass im Schatten Blatters kaum fähige Kandidaten ins Rennen gestiegen sind. Ob Joseph Blatter seine immer wieder versprochenen Kampf gegen Korruption und Missstände innerhalb der FIFA unter diesen Vorzeichen erfolgreich führen kann, muss abgewartet werden. Wenn er schon aus starker Position heraus nicht erfolgreich war, wird es in Zukunft mit weniger Unterstützung nicht einfacher. Insofern ist die Wahl erst ein Etappensieg, das Ziel einer sauberen und respektierten FIFA bleibt noch zu erreichen.

In seiner Rede nach der Wahl kündigt der wiedergewählte Präsident an, dass er die FIFA zurück auf Kurs bringen und die vielen Probleme lösen wolle in den kommenden vier Jahren. Zudem möchte er gezielt Frauen fördern und als Kommittee-Mitglieder gewinnen. Die viel kritisierten WM-Austragungsorte in Russland (2018) und Katar (2022) möchte er nicht in Frage stellen. Als gläubiger Mann bedankte er sich bei Gott und nahm nach der Rede offensichtlich erleichtert die Gratulationen entgegen.

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