Siemens will sich «Seltene Erden» sichern

Peter Löscher

Siemens-CEO Peter Löscher.

München – Mit einem Joint Venture will sich Siemens den Zugriff auf «Seltene Erden» sichern, die der Dax-Konzern zur Herstellung von Hochleistungsmagneten benötigt. Mit der australischen Lynas Corporation Limited sei eine Absichtserklärung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens unterzeichnet worden, teilte Siemens am Donnerstag in München mit.

Die börsennotierte Lynas solle dabei über langfristige Lieferverträge spezielle Metalle liefern, die zur Herstellung sogenannter Neodym-Dauermagnete für energieeffiziente Antriebe und für Generatoren von Windturbinen gebraucht würden. Siemens wolle sich an dem Unternehmen zur Magnetproduktion mit 55, Lynas mit 45 Prozent beteiligen, erklärten die Münchner. Die Details würden derzeit erarbeitet. «Das geplante Gemeinschaftsunternehmen ist für uns strategisch von Bedeutung, um eine langfristige und stabile Versorgung mit Hochleistungsmagneten zu sichern», begründete Ralf-Michael Franke, Chef der Siemens-Division Drive Technologies, den Schritt.

China hat faktisches Monopol bei «Seltenen Erden»
Bei den wertvollen «Seltenen Erden», die für Hochtechnologie-Produkte nötig sind, besitzt China faktisch ein Monopol. Der weltweite Rohstoffmarkt ist hart umkämpft. Zuletzt sorgte ein Urteil der Welthandelsorganisation (WTO) zu Exportbeschränkungen Pekings bei Rohstoffen wie Zink, Koks oder Magnesium für Aufregung. China verstösst nach Ansicht der WTO mit den erhobenen Ausfuhrzöllen und Quoten gegen internationale Handelsvereinbarungen. Auch den Export «Seltener Erden» hat China stark eingeschränkt. Beobachter schliessen nicht aus, dass das Urteil hier richtungsweisend sein könnte. (awp/mc/ss)

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