Spanien spart Energie: Klimaanlagen runter, Lichter aus, Türen zu

Barcelona
Städte wie Barcelona werden künftig in der Nacht weniger hell erleuchtet sein. (Photo by Alp Ancel on Unsplash)

Madrid – Die spanische Regierung hat wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine «dringende Massnahmen» zur Einsparung und zur effizienteren Nutzung von Energie beschlossen. Alle Gebäude des öffentlichen Sektors, aber auch Kaufhäuser, Kinos, Arbeitsstätten, Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen werden künftig ihre Räumlichkeiten im Sommer auf nicht weniger als 27 Grad abkühlen und im Winter auf höchstens 19 Grad beheizen dürfen. Das sei auf der wöchentlichen Kabinettssitzung in Madrid beschlossen worden, erklärte am Montagabend die Ministerin für Ökologischen Wandel, Teresa Ribera.

Die Massnahmen des königlichen Dekrets müssen nach Angaben Riberas spätestens nach einer einwöchigen «Anpassungsperiode» nach Veröffentlichung im Amtsblatt umgesetzt werden. Sie sollen bis zum 1. November 2023 in Kraft bleiben. Es handle sich um ein erstes Massnahmenpaket, das in einer «kritischen Lage» nötig sei. Europa benötige die Hilfe Spaniens. «Es ist an der Zeit, solidarisch zu sein», betonte die Ministerin der linksgerichteten Regierung.

Türen müssen geschlossen sein
Neben anderen Massnahmen müssen Läden und Betriebe mit automatischen Systemen, die bis zum 30. September installiert sein müssen, ihre Türen geschlossen halten, um je nach Jahreszeit das Entweichen von Wärme oder kühler Luft zu vermeiden. Die Beleuchtung von nicht benutzen Büros, von Schaufenstern und Denkmälern muss ausserdem nach 22 Uhr ausgeschaltet werden. Überprüfungen der Energieeffizienz von bestimmten Gebäuden sollen vorgezogen werden. Die Privatwirtschaft rief Ribera dazu auf, das Arbeiten im Homeoffice zu verstärken.

Gaskonsum soll um sieben Prozent reduziert werden
Mit diesen und mit weiteren Massnahmen, die nach der Sommerpause beschlossen werden sollen, will Spanien die vom Land im Rahmen des in der vorigen Wochen vereinbarten europäischen Notfallplans eingegangenen Verpflichtungen einhalten. Das Land soll den Gaskonsum um sieben Prozent reduzieren. Spanien hatte sich wie andere EU-Länder dem Notfallplan zunächst widersetzt, das Vorhaben nach Zugeständnissen aber am Ende gebilligt. (awp/mc/pg)

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