ThyssenKrupp: Neue Stahlwerke belasten

Heinrich Hiesinger
Heinrich Hiesinger, ehemaliger Vorstandsvorsitzender Thyssenkrupp.

Thyssen-CEO Heinrich Hiesinger.

Essen – Der Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp hat im ersten Geschäftsquartal auch wegen hoher Anlaufverluste in den neuen Stahlwerken in Brasilien und den USA weniger verdient. Der Überschuss brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte auf 101 Millionen Euro ein, wie die im Dax notierte Gesellschaft am Freitag in Essen mitteilte.

Trotzdem sieht sich das Unternehmen wieder in der Erfolgsspur. So legten Auftragseingang und Umsatz jeweils um mehr als 20 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf mehr als 11 Milliarden Euro zu. Alle Geschäftsbereiche ausser der amerikanischen Stahlsparte schrieben schwarze Zahlen. Das Vorjahresergebnis war zudem durch Geschäftsverkäufe positiv verzerrt. An seiner Prognose für das im September auslaufende Geschäftsjahr 2010/11 hielt der Vorstand fest. Der Umsatz soll von 42,6 Milliarden Euro im Vorjahr um 10 bis 15 Prozent wachsen, der operative Gewinn (bereinigtes EBIT) von 1,2 auf 2 Milliarden Euro steigen. Dabei musste er aber die Verlustprognose für die neuen Fabriken auf einen «höheren» dreistelligen Millionenbetrag nach oben schrauben.

Schulden massiv ausgeweitet
Der operative Fehlbetrag summierte sich von Oktober bis Dezember bereits auf 378 Millionen Euro. Diese Entwicklung werde aber von immer besser laufenden Geschäften in den übrigen Bereichen wettgemacht. Insbesondere die europäische Stahlsparte profitiert stark vom Wirtschaftsaufschwung.  Nach drei Monaten lag der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) noch mit 273 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert. Das war auch etwas weniger als Analysten erwartet hatten. Die Schulden stiegen wegen des Anlaufs der neuen Werke und dem Aufbau von Vorräten von Ende September bis Ende Dezember um 2 Milliarden auf 5,8 Milliarden Euro. (awp/mc/ps)

ThyssenKrupp

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