Ukraine: Mindestens 30 Tote bei Raketenwerferbeschuss

Petro Poroschenko

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko.

Kiew – Bei einem Angriff prorussischer Separatisten auf Regierungskräfte sind in der Ostukraine etwa 30 Soldaten ums Leben gekommen. Die Aufständischen hätten die Armeeangehörigen bei Selenopolje im Raum Lugansk massiv mit einem Raketenwerfer beschossen, sagte Sorjan Schkirjak vom Innenministerium in Kiew am Freitag der Agentur Interfax zufolge. «Bisher gibt es Informationen über etwa 30 Tote. Die Zahl kann sich noch erhöhen», sagte Schkirjak.

Die Aufständischen bekannten sich zu dem Angriff. Das Militär sei mit dem sowjetischen Mehrfachraketenwerfersystem BM-21 «Grad» (Hagel) beschossen worden, teilten die militanten Gruppen mit. Sie kündigten weitere Attacken auf die Regierungseinheiten an. Bei einem zweiten Raketenwerferangriff bei Lugansk starben weitere vier Grenzsoldaten.

Die Separatisten griffen auch erneut Sicherheitskräfte rund um die Flughäfen von Lugansk und Donezk an. Dabei setzten sie schwere Artillerie und gepanzerte Fahrzeuge ein. Die Armee soll ihrerseits Stellungen der Aufständischen aus der Luft beschossen haben.

EU weitet Russland-Sanktionen aus
Währenddessen hat die Europäische Union offiziell ihre Sanktionen gegen Russland verschärft. Die EU-Regierungen beschlossen Einreiseverbote und Kontensperrungen, die schon bisher für 61 russische und ukrainische Staatsbürger galten, gegen elf weitere Personen. In einer Mitteilung des Ministerrates in Brüssel heisst es, dies sei «angesichts des Ernstes der Lage in der Ostukraine» geschehen. Die Sanktionen wurden mit «Handlungen zur Untergrabung der territorialen Integrität, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine» begründet. Nach Angaben von Diplomaten handelt es sich bei den Betroffenen vor allem um Führer der prorussischen Separatisten. Der Beschluss tritt nach der Veröffentlichung der Namen im EU-Amtsblatt am Samstagmorgen in Kraft. (awp/mc/pg)

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