Umfangreiche Regierungsumbildung in Athen

Gikas Hardouvelis

Griechenlands neuer Finanzminister Gikas Hardouvelis. (Foto: hardouvelis.gr)

Athen – Zwei Wochen nach seiner Niederlage bei den Europawahlen hat der griechische Regierungschef Antonis Samaras seine Regierung umgebildet. Wichtigste Änderung: Finanzminister Ioannis Stournaras geht und wird vom Wirtschaftsexperten und Professor an der Universität Piräus, Gikas Hardouvelis, ersetzt. Dies teilte eine Sprecherin der Regierung im staatlichen Fernsehen (NERIT) am Montag mit. Es ist eine der umfangreichsten Regierungsumbildungen in Griechenland seit Jahrzehnten, berichtete das Staatsfernsehen weiter.

Samaras hat fast alle Minister ersetzt, die mit dem Alltag der Griechen und mit der dringend notwendigen, aber bislang ausbleibenden Schaffung von neuen Arbeitsplätzen verbunden sind, werteten Analysten unmittelbar nach der Regierungsumbildung. Die Minister für Wirtschaft und Entwicklung, Inneres, Gesundheit, Landwirtschaft und Bildung mussten gehen.

Der neue Finanzminister Hardouvelis gilt auch als Experte im Bankwesen und als Verfechter der Reformen in Griechenland. Der 58-jährige hatte während der schlimmsten Phase der griechischen Finanzkrise im Jahre 2012 an den Verhandlungen mit den Geldgebern als Berater des damaligen griechischen Regierungschefs Lucas Papademos teilgenommen. Mit Hardouvelis an der Spitze des Finanzministeriums wird mit keiner wesentlichen Änderung in der Umsetzung der von Griechenland übernommenen Verpflichtungen gegenüber den Geldgebern gerechnet.

Griechische Medien gingen in den vergangenen Tagen davon aus, Samaras plane die Steuerpolitik und Sparpolitik seiner Regierung zu lockern. Dies hatte Besorgnis unter den Geldgebern Griechenlands erzeugt, hiess es aus Diplomatenkreisen in Athen.

Das oppositionelle Bündnis der radikalen Linken Syriza hatte am 25. Mai bei den Wahlen für das Europaparlament in Griechenland mit knapp vier Prozentpunkten Vorsprung vor der Regierung gewonnen. Die Regierungsumbildung sei ein Täuschungsmanöver von Samaras, sie werde den Griechen «nichts als neue Lasten bringen», hiess es aus Kreisen der Syriza Partei am Montagabend. (awp/mc/ps)

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