US-Beschäftigung erholt sich stärker als erwartet – trotzdem desaströse Zahlen

Arbeitsmarkt
(Foto: Pixabay)

Washington – In den USA hat sich die Lage am Arbeitsmarkt nach dem Einbruch in der Corona-Krise weiter verbessert. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Juli stärker als erwartet, während die Arbeitslosenquote deutlicher als erwartet sank. Dies geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen des US-Arbeitsministeriums hervor. Bis der Corona-Einbruch im April wettgemacht werden kann, ist es aber noch ein weiter Weg.

Ausserhalb der Landwirtschaft kamen im Juli 1,763 Millionen neue Stellen hinzu. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Zuwachs um 1,48 Millionen gerechnet. Im Juni waren allerdings noch 4,791 Millionen Stellen neu entstanden. Im April hatte es zuvor einen extremen Einbruch und den stärksten Rückgang der Beschäftigung seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1939 gegeben. Damals sank die Beschäftigtenzahl um über 20 Millionen.

Arbeitslosenquote sinkt auf 10,2 Prozent
Die Arbeitslosenquote ist im Juli von 11,1 Prozent im Vormonat auf 10,2 Prozent gesunken. Dies ist der dritte Rückgang in Folge. Im April hatte die Arbeitslosenquote wegen der Corona-Krise bei 14,7 Prozent den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg erreicht. Analysten hatten für Juli im Mittel nur einen Rückgang der Quote auf 10,6 Prozent erwartet.

Weiterhin grosse Zahl von Neuinfektionen
„Anzumerken ist aber, dass in der Krise bisher viele Millionen Jobs verloren gegangen sind und es wohl lange Zeit in Anspruch nehmen wird, bis wieder von einem Normalzustand gesprochen werden kann“, kommentierte Patrick Boldt, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). So liegt die Anzahl der Neuinfektionen in den USA weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung bleibt somit noch erhöht.

Vorsichtig äussert sich auch Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW: „Es wird noch lange Zeit dauern, bis die Wunden der Coronakrise am US-Arbeitsmarkt verheilt sind.“ Die Fortsetzung der Erholung im verlangsamten Tempo hänge wesentlich davon ab, ob die US-Behörden die hohen Neuinfektionszahlen in den Griff bekommen können.

Stundenlöhne legen leicht zu
Die Löhne und Gehälter sind im Juli überraschend nicht weiter gesunken. Die Stundenlöhne legten im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent zu. Im Mai und Juni waren die Stundenlöhne noch jeweils gesunken. Analysten hatten für Juli im Mittel mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Stundenlöhne um 4,8 Prozent. (awp/mc/pg)

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